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In der hiesigen Presse werden Artikel der Mitglieder über Achim und die Stadtgeschichte veröffentlicht. Im Jahre 2005 wurde im Achimer Kreisblatt die Serie „Wat is dat denn?“ aufgenommen. Bei diesem Projekt werden Fotos alter Gegenstände veröffentlicht und in Kurzform deren Bedeutung erklärt oder beschrieben, was man mit diesen Fliegenschränken, Kaffeemühlen, Spucknäpfen und so weiter machen konnte. Die Texte hat Klaus Bischoff, Pressewart im Heimatverein Achim, verfasst (auf dieser Seite "zweisprachig").
Bisherige Veröffentlichungen:
2005:
Alte
Rechenmaschine | Alte Nähmaschine | Essen mit Druck Kochen
| Spielzeug selbstgefertigt | Dichter Deckel auf der
Dose | Plätteisen mit Glut | Altes Waschgeschirr
| Alte Kaffeeröster |
Tontöpfe für Kautabak | Wärmflasche fürs Bett |
Spucknapf in der Stube
| Hutspanner und Muff | Omas Kaffeemühle |
Kaffeelot | Fliegenschrank | Henkelmann und Brotdose
| Aluminium-Bilderständer | Die deutsche Volksmaske |
Ondulierscheren | Achimer Brunnen
| Schapoklapp |
2006: Modell des früheren
Musikschuldaches | Mausefalle | Schlagballhochburg Bassen
| Brautkranz aus Myrte | Priemdose
| Figuren aus dunkler Zeit | Sparschrank
| Die "Fischdose" zum Baden | Butterfass und Käsesieb
| Bollener Siegel | Ladenkasse
|
Margarinefiguren |
2008: Fidibus | Armband für eine Uhr | Lotto
| Gewichte | Stempeluhr
| Spatzenfalle
| Schinkentellerbord | Malerdekorrolle
| Zollstock | Bierflasche |
Heidequast |
2009: Einkochkrug
| Murmelspiel
| Besenbinden | Tragejoch
| Flatterhut
| Nagelkreuz | Zichoriendose |
Brennhexe
| Zimmerklo | Kohlschneider
| Sichel
| Strohschneider | Babywanne
| Leinenballen | Bindebaum
| Egge
| Radwechsel | Dengelklotz
| Wollkratze | Glastragekasten
| Kohlebügeleisen | Spinnstuhl
| Bucheckern
| Breitbeil
| Geldbörse
| Sattlerbank |
Kernseife | Holländer
|
2010: Stickschablone
| Steckerfassung
| Plattenkamera | Pappzigarrenkisten
| Luftschutzspritze | Pferdeholzschuhe
|
Großer Hans | Geldkatze | Fahrradfahrkarte
| Butterglocke
und Eierpott | Hampelmann | Zwicke
und Heidlinje | Personenwaage
| Setzkasten
| Haspel | Stelzenlaufen | Gestell
zum Pferdebeschlagen | Carepaket | Dezimalwaage
| Notgeld
| Tabakschneider
| Holzuhr | Gaffeleisen | Holzwanne
| Waschbrett | Poesiealbum
| Mondwaage | Bauchbindemaschine
| Zigarrenkiste | Schnippelmaschine
für Bohnen | Schusterkugel
|
Wäschemangel |
Brenneisen | Dreschflegel
| Stoßeisen
| „Der kleine Perlenkünstler“ |
Wringmaschine |
Tannenbaumständer
| 01. "Alte Rechenmaschine" |
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Mit düsse
Maschien kanns`t reken. Mußt bloots an de Kurbel dreihen.
--- Mit dieser Maschine kann man rechnen. Man muss nur an der Kurbel drehen. |
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| 02. "Alte Nähmaschine" | ![]() |
Up düsse Neihmaschien heff
ik fröher, as ik noch Kind weer, Büdels för de Marmels neiht
--- Auf dieser Nähmaschine habe ich früher, als ich noch Kind war, Beutel für Murmeln genäht. |
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| 03. "Essen mit Druck Kochen" | ![]() |
Dat weer na`n ersten
Weltkrieg nemod`schen Kraam. In düssen Pott kunnst dat Eten mit Druck
kaken. De Italjeener seggt dor ok „Garibaldi“ to, meen ik man.
--- Das war nach dem ersten Weltkrieg neumodischer Kram. In diesem Topf konnte man das Essen mit Druck kochen. Die Italiener sagten dazu auch „Garibaldi“, denke ich. |
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| 04. und 05. "Spielzeug selbstgefertigt"
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Un nu wat för de Kinner. Dütt
Speeltüüg hett Vadder fröher sülms torecht makt. Handwaagen un Kokherd
ut Alluminjum un de Kraan is ut Blick schoostert wurrn. Un up dat Bild
unnen seht ji een „Büssinglaster“ ut Holt.
--- Und nun etwas für die Kinder. Dieses Spielzeug hat Vater früher selber angefertigt. Handwagen aus Aluminium un der Krahn ist aus Blech geschustert worden. Und auf dem unteren Bild seht Ihr einen „Büssinglaster“ aus Holz. |
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| 06.. "Dichter Deckel auf der Dose" | ![]() |
Wenn du wat in Dosen inkoken
wullst kannst mit dütt Grät den Deckel up de Dos dichtmaken.
--- Wenn man etwas in Dosen einkochen will, kann man mit diesem Gerät den Deckel auf der Dose dichtmachen. |
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| 07. "Plätteisen mit Glut" | ![]() |
Kennt ji den Snieder Böck
ut Wilhelm Busch sien Book von Max un Moritz? Jo, denn weet ji ok, dat dat
hier`n Plättiesen is. In de Klappen achtern kööm de Glut rin dormit dat
Plättiesen heet genog to`n Plätten ward.
--- Kennt ihr den Schneider Böck aus dem Buch von Wilhelm Busch über Max und Moritz? Ja, dann wisst Ihr auch, dass das hier ein Plätteisen (Bügeleisen) ist. Hinten in die Klappe kam die Glut rein damit das Bügeleisen auch heiß genug zum Plätten war. |
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| 08. Altes Waschgeschirr | ![]() |
Waschgeschirr as`n dat fröher
hat hett. Waschschöttel mit Sepennap un Waterkroog mit`n Rükelbusch.
Anstatt Blomen weer Water in`n Kroog.
--- Waschgeschirr so wie man das früher hatte. Waschschüssel mit Seifennapf und Wasserkrug mit einem Blumenstrauß. An Stelle der Blumen war Wasser in dem Krug. |
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| 09. Alte Kaffeeröster | ![]() |
Dat sünd Kafferöster, wie
hefft ok Brenner darto seggt. In düsse Röster hefft se fröher Koorn
rindahn un över dat Füer hangt um darut Kaffee to rösten. Wat rutkööm
nenn wie „Muggefuck“. To düssen Kaffeeersatz kunn`n noch ne Pries
Zichorie togäben, he schmeckt denn beter. Man kann avers ok richtige
Kaffeeebohnen in düsse Gerätschaft togange kriegen.
--- Das sind Kaffeeröster, wir haben dazu auch Brenner gesagt. In diese Röster haben sie früher Getreide eingefüllt und über das Feuer gehängt, um daraus Kaffe zu rösten. Was rauskam nannten wir „Muggefuck“. Zu diesem Kaffeeersatz konnte man noch eine Prise Zichorie (die Knolle der Wegwarte) zugeben, er schmeckte dann besser. Man kann aber auch richtige Kaffeebohnen in diesen Geräten herstellen |
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| 10. Tontöpfe für Kautabak | ![]() |
Weet ji wat „primen“ is?
De Prim is Kautabak, den de Mannslüüd und af un to ok Froonslüüd sik
achtern Kusen schoben hefft so as Erstz för dat Smöken. De rechten „Primers“
harrn geele Tään un mennigmaal lööp jem de Saft von den Kautabak ut`e
Snuut. Opbewohrt hefft se den Kautabak in düsse Tonpötte-
--- Wisst Ihr was „priemen“ ist? Der Priem ist Kautabak, den sich die Männer und manchmal auch die Frauen hinter die Backenzähne geschoben haben als Ersatz für das Rauchen. Die richtigen „Priemer“ hatten gelbe Zähne und manchmal lief ihnen der Kautabaksaft aus den Mund. In diesen Tontöpfen wurde der Kautabak aufbewahrt. |
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| 11. Wärmflasche fürs Bett | ![]() |
Wenn dat fröher so recht
kold un dat Bett verdammt klamm wöör, freien wi us jümmers wenn Mudder
us`n Warmkruken (Warmflasch) bröch un unner de Bettdecke schööf. Fröher
hefft se in de Slaapkamer nich inbött. Ünnen is`n Warmkruken afbild, de
se na`n Krieg ut`n Kartusch makt hefft.
--- Wenn das früher so richtig kalt und das Bett verdammt feucht war, freuten wir uns immer wenn Mutter uns eine Wärmflasche brachte und unter die Bettdecke schob. Früher hat man in den Schlafräumen nicht geheizt. Unten ist eine Wärmflasche abgebildet, die man nach dem Krieg aus einer Kartusche hergestellt hat. |
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Hefft ji sowat all maal
sehn? Rechts von den Kerzenstänner steiht en Speenapp. In dütt Speenapp
kunn`n rinspeen un nich up`n Sandbodden von de Stuuv. Ik bün 1975 noch in
een Stuuv wesen, wo de Footbodden mit geelen Sand utstreit wöör.
--- Habt Ihr so was schon einmal gesehen? Rechts von dem Kerzenständer steht ein Spucknapf. In dieses Spucknapf konnte man reinspucken und nicht auf den Sandboden in der Stube. Ich bin 1975 noch in einer Stube gewesen, wo der Fußboden mit gelben Sand ausgestreut war. |
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| 13. Hutspanner und Muff | ![]() |
Up dütt Bild seht ji unnen
links een Hootspanner. Mit
dütt Warktüüg hefft se domaals den Hoot in de rechte Fasson brocht. In
de zweete Reeg een Doos in de de Manschetten an de Hemsärmel unnerbrocht
wöörn. Inne Mitte steiht een Hootschachtel för`n hogen Hoot, wi seggen
ok Schap au Klap darto un meen den Zylinner. Un rechts dat is`n Schachtel
för`n Muff. Fröher hefft de Froonslüüd ehr Hannen in düssen Muff
warmt.
--- Auf diesem Bild seht Ihr unten links einen Hutspanner. Mit diesem Werkzeug haben sie früher den Hut in die richtige Form gebracht. In der Mitte steht eine Hutschachtel für einen hohen Hut, wir sagten auch Schapp au Klapp dazu und meinten den Zylinder. Und rechts ist eine Schachtel für einen Muff (Wärmerolle für die Hände). Früher haben die Frauen ihre Hände in diesem Muff gewärmt.. |
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| 14. Omas Kaffeemühle | ![]() |
Ne Kaffeemöhl kennt
ji.
Us Oma hett mit dat Kaffeelot de Kaffeebohnen boben in de Möhl
kippt un denn an de Kurbel dreiht. De fienmahlen Kaffee füll denn in den
Glaspott unnen un köm von hier in de Kaffeekann. Kokend Water rup,
trecken laten un fertig is de feine Bohnenkaffee.
--- Eine Kaffeemühle kennt ihr. Unsere Oma hat die Kaffeebohnen mit dem Kaffeelot (Messbecher) oben in die Kaffeemühle gekippt und dann an der Kurbel gedreht. Der feingemahlene Kaffee fiel dann in den Glaspott unten und kam von hier in die Kaffeekanne. Kochend Wasser darauf gießen, ziehen lassen und fertig ist der feine Bohnenkaffee. |
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| 15. Kaffeelot | ![]() |
So`n Kaffeelot to`n
Afmeten von Koffi, avers ok von Ersatzkoffi, gev dat in mennigeen Gröten.
Tomeist harrn se dat Mat för een un een half Lot, as ji dat up dat Bild
good sehn künnt. De Messbecher unnen rechts hett blots dat Mat von een
Lot. --- So ein Kaffeelot zum Abmessen des Kaffees,
aber auch von Ersatzkaffee, gab es in verschiedenen Größen. Die meisten
hatten das Maß für ein und einem halben Lot, wie auf dem Bild gut zu
erkennen. Der Messbecher unten rechts hat nur das Maß für 1 Lot. |
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| 16. Fliegenschrank | ![]() |
Weet ji wat dat is up dütt Bild? Nee? Denn will ik jo dat
mal verklorn. --- Wisst Ihr was das ist auf diesem Bild? Nein? Dann will ich
Euch das mal erklären. |
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| 17. Henkelmann und Brotdose | ![]() |
Fröeher nehmen de Handwarkers ehr Middageten un
Fröhstück in düsse Henkelmänner un Brotdös mit up de Arbeit. Up de
Arbeit hefft se de Henkelmänner in`t Waterbad stellt un wedder upwarmt.
--- Früher nahmen die Handwerker ihr Mittagessen und Frühstück in diesen „Henkelmännern“ und Brotdosen mit zur Arbeit. Auf der Arbeit wurden die Henkelmänner in einem Wasserbad wieder aufgewärmt. |
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| 18. Aluminium-Bilderständer | ![]() |
Een selfst bogten Billerstänner ut Aluminjum as
Wiehnachsgeschenk negenteihnhunnertsößunveertig. Ut dütt Tüügshefft
se na`n Krieg mennigeen Saken makt. Aluminjum wöör`n Material, dat se in
groot Deel von Kriegssaken inbogt un laters wedder utbogt hefft, um
wat anners ut to maken.
--- Ein selbstgefertigter Bilderständer aus Aluminium als Weihnachtsgeschenk 1946. Aus diesem Material wurden nach dem Kriege viele Gegenstände hergestellt. Aluminium war ein Material, das in vielen Kriegsgeräten verbaut wurde und dann später ausgebaut und anders genutzt wurde. |
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| 19. Die deutsche Volksmaske | ![]() |
De düütsche Volksgasmake ut`n zweeten Weltkrieg. Ut Angst vör`n Angriff mit Gas hefft nich nur de Suldaten Gasmasken jkregen, sünners ok de Zivilisten. In Hüser, Scholen un Fobriken mössen Luftschutzrüüm bogt waren, wenn`n een Luftschutzbunker nich inne Neegde wör. Jüst so as Gasmasken geef dat ok toon Füer löschen Luftschutzpumpen un`n Luftschutzhuusafteek in düsse Schutzrüüm. --- Die deutsche Volksgasmaske aus dem zweiten Weltkrieg. Aus
Angst vor Gasangriffen erhielten nicht nur die Soldaten Gasmasken zum
Schutz, sondern auch Zivilisten.
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| 20. Ondulierscheren | ![]() |
Mit düsse Ondulierscheren hefft se fröher de
Hoor von de Froonslüüd „verbrennt“. De Isen un Tangen hefft se över`n
lütten Spiritusbrenner heet makt. Dormit de Hoor nich verbrennen deihn,
holen se de Onnulierisen dicht an de Lippen un testen so de Hitt. Wörn se
to kold wedder rup up den Brenner. Wörn se to heet dreih de Froo Putzbüdel
dat Isen so lang üm de Hand bit se de richtge Warmst har.
--- Mit diesen Ondulierscheren wurde früher den Damen die Haare „verbrannt“. Die Eisen und Zangen wurden über einem kleinen Spiritusbrenner erhitzt. Damit die Haare nicht verbrannten, teste man die Hitze in dem das Onduliereisen dicht an die Lippen gehalten wurden. Waren sie zu kalt wurden sie wieder auf den Brenner gelegt. Waren sie zu heiß, schwenkte die Friseuse das Eisen so lange um die Hand, bis sie die richtige Temperatur hatten. |
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| 21. "Achimer Brunnen" | ![]() |
Ut`n Soot blang de Gleisen von de Isenbahn hol
de Familje Simmerling för ehre Sprudelfabrikaschon dat Water för den
Achmer Brunnen. In düsse Buddel hefft se Simmerlings Limonode affüllt.
So hefft se later den Achmer Brunnen nennt.
--- Aus einem Brunnen neben den Gleisen der Eisenbahn bezog früher die Sprudelfabrik der Familie Simmerling das Wasser für den Achimer Brunnen. In diesen Flaschen wurde Simmerlings Limonade abgefüllt. So nannte die Firma den Achimer Brunnen später |
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| 22. "Schapoklapp" | ![]() |
„Schapoklapp“
hefft wi to düssen Zylinnerhoot seggt. Den Zylinner kunnen tohope klappen
un dorno in de hier afbild Hootschachtel packen. To`n „Upklappen“ nehm
man den Zylinner ut`e Schachtel un klopp de Kremp vo`n Hoot up dat Knee.
De Zylinner sprung up un man kunn`n upsetten. Later sett man den
Zylinnerhoot nich mehr up`n Kopp, sünnern dröög em so to`n Schien in`e
Hand. --- „Schapoklapp“
sagten wir zu dem Zylinder, den man zusammenklappen und danach in die hier
abgebildete „Hutschachteln“ legen konnte. Zum „Aufklappen“ nahm
man den Zylinder aus der Schachtel und schlug die Zylinderkrempe auf das
Knie. Der Zylinder „sprang“ auf und man konnte diesen aufsetzen. Später
setzte man den Zylinder nicht mehr auf den Kopf, sondern trug diesen
symbolisch in der Hand. |
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| 23. Modell des früheren Musikschuldaches |
So seeg fröher dat Dack von de hüdigen Kreismusikschool in Achim ut. Dütt Modell, dat deHeiinaatvereen Achim up‘n Dackböön von de Bofirma Meislahn ifinnen heft, heft Günter Völkel rundüm upmöbelt. Damit‘n weet wo grot dat Modell is, hefft wi rechts dorbi‘n Blau Papier henlegt. --- So
sah früher das Dach der heutigen Kreismusikschule in Achim aus. Dieses
Modell, dass der Heimatverein Achim auf dem Dachboden der Baufirma
Meislahn fand, hat Günter Völkel restauriert. Das Gebäude der Firma
Meislahn wurde kurz nachdem das Modell entdeckt wurde vollkommen
restauriert. Zum Größenvergleich rechts neben dem Modell ein Blatt
Papier (DIN A 4). |
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| 24. Maus beißt Faden ab | Up`n
ersten Blick kannst nich weten, dat dat`n Muusfallen is. Aver dat is so,
dat is`n Muusfallen, eene wo`n Köppel
Muus mit fangen kannst. Woans düsse Fallen funschoniert weet ik ok nich.
Villicht kann us dat`n Leser von dütt Blatt verklaren.
---Erklärung
erhalten. Danke! Auf dem ersten Blick kann man dieses Gerät nicht als Mausefalle erkennen. Aber es ist eine „Massenfalle“ kann man sagen. Wie diese Falle funktioniert weiß ich auch nicht. Vielleicht kann uns das einer der Leser erklären. |
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| 25. Schlagballhochburg Bassen |
Dat hier is keen Bäsballschläger, dat is‘n Knüppel to‘n Schlagball speelen. Düsse Sportart gev dat in vergahn Joohm in fast jedet Dörp in use Gegend. Man möss den Ball ut Ledder mit den Schläger in‘nt Feld slaan im denn dröff een Lööper loslopen. De genaue Speelregel kann‘n avers nich so kört beschrieven. --- Das
hier ist kein Baseballschläger, das ist der Stock zum Schlagballspiel.
Diese Sportart gab es in den vergangenen Jahren fast in jedem Dorf in
unserer Gegend. Man musste den Lederball mit dem Schläger ins Feld
schlagen und dann durfte ein Läufer loslaufen. Die genaue Spielregel kann
man nicht so kurz beschreiben. |
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| 26. Brautkranz aus Myrte |
Dat
is`n Rahmen, in den se den Brutschleier upwahrt hefft. In de deepe Stelle,
de mit dörsichtigen Stoff utslaen is, steiht`n Spruch. Um düssen Spruch
liggt de Myrtenkranzun dor unner is de Myrtenstruß von `n Brögam
upheft. In de veer Ecken kann`n lesen: In Freid un Leid bringt düsse
Kranz veel Glück un Freid.“ Ik menn de dörsichtige Stoff is an Enn de
Bruutschleier.
--- Das
ist ein „Rahmen“, in dem der Brautkranz aufbewahrt wurde. In einer
Vertiefung , die mit durchsichtigem Stoff ausgeschlagen ist, befindet sich
eine Inschrift. Um diese Inschrift ist ein Myrtenkranz gelegt und unten
der Myrtenstrauß des Bräutigams aufgeheftet. In den vier Ecken steht:
„In Freud - und Leid - bringt dieser Kranz - viel Glück und Freud“.
Vermutlich ist der durchsichtige Stoff der Brautschleier. |
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| 27. Dose für den Priem |
In
düsse Dos, de so wat as`n Rietstickenschachtel got is, bewohrten
dortomaals den „Priem“ up. Priem hefft se hier vör Ort
to Kautobak seggt. Bevör dat Kaugummi geev, kauen se Kautobak.
Bloots schmeckt hett dat anners. Lüüe, de Tobak kauten, harren faken `n
bruun Schnuten besünners in de Mundwinkels seet de bruune Bröh von dat
Tobak kauen. De mit`n Boort harn um de Schnut rum mennigmool bruune
Boorthoor, liekers de Hoor in Boort `ne ganz anner Farv harrn. --- In dieser Dose, die etwa so groß wie eine Streichholzschachtel ist, bewahrte man früher den „Priem“ auf. Priem war der hier gebräuchliche Ausdruck für Kautabak. Der Kautabak war der Vorgänger vom Kaugummi. Nur der Geschmack war anders. Leute, die priemten, hatten häufig einen braunen Mund besonders in den Mundwinkeln saß die braune Brühe vom Tabak kauen. Bartträger hatten im Bereich des Mundes oft braune Barthaare, während die übrigen Haare im Bart eine ganz andere Farbe hatten. |
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| 28. Figuren aus dunkler Zeit |
Dat
sünd Schneewittchen un de stiefelt Kater. Düsse
Märkenfiguren gev dat in de Kriegstied wenn`n vör dat
„Winterhilfswerk“ Geld spennt har. --- Das
sind Schneewittchen und der gestiefelt Kater. Diese
Märchenfiguren erhielt man, wenn Geld für das „Winterhilfswerk“
gespendet wurde. |
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| 29. Sparschrank von "Einigkeit Bierden" |
Dat
is de Spoorschrank von den „Sparklub Einigkeit Bierden“. Düsse
Schrank het bit vör körden noch up`n Böön von de Gastweertschaft Meyer
in Bieren stahn. De Famielje Meyer het düssen Schrank an`n Heimaatvereen
Achim afgeven. In düssen Schrank lege ok noch de Hauptböker von den
Spoorklub ut de dörtiger Johr. --- Das
ist der Sparschrank des „Sparklub Einigkeit Bierden“, der bis vor
kurzem noch auf dem Boden der Gastwirtschaft Meyer in Bierden stand. Die
Familie Meyer hat diesen Schrank dem Heimatverein Achim geschenkt. In dem
Schrank befanden sich noch die Hauptbücher des Sparclubs aus den 30 er
Jahren. Die
Sparkarte Nr. 30 zum Beispiel gehörte Heinrich Häveker aus Bollen. Auf
dieser Sparkarte sind auch die Statuten des Vereins abgedruckt. Hier eine
Zusammenfassung des Inhaltes: Jedes
eintretende Mitglied musste eine Aufnahmegebühr von 50 Pf. entrichten. Wöchentlich
musste mindestens 1 Mark bezahlt werden, widrigenfalls war eine Strafe von
10 Pf. fällig. Jeden Freitag, Sonnabend und Sonntag konnte gespart
werden. Das eingezahlte Geld wurde jeden Montag vom Vorstand bei der
Achimer Sparkasse hinterlegt. Ausgezahlt wurde dann am vorletzten Sonntag
vor Weihnachten. Eine Auszahlung in der Zwischenzeit war nur bei
Sterbefall oder Abreise gestattet. Natürlich ohne Zinsen. Über die
Verwendung der Zinsen wurde auf einer Generalversammlung, eine Woche vor
der Auszahlung, beschlossen. Der Vorstand bestand aus einem Vorsitzenden,
einem Schriftführer und zwei Revisoren. Auf der Sparkarte Nr. 30 werden
Herm. Meyer, Dieter Knüppel, Hinrich Maß und Brün Brüns namentlich
genannt. |
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| 30. Die Fischdose zum Baden |
De
„Fischdos“ to`n baden. In
düsse „Wippwann“, mennigeen segt ok „Fischdos“ dorto, hett`n fröher
bad – bi heet Daag sacht dümpelnt ok buten.
--- Die
„Fischdose“ zum Baden. In
dieser Schaukelwanne, auch „Fischdose“ genannt, badete man früher –
an heißen |
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| 31. Butterfass und Käsesieb |
Up de linke Siet,dat is`n Botterfatt un rechte Siet, dat is`n Keessef. In slechten Tiden un na`n Krieg moss jedeen süjms trecht kamen. Botter geev dat kuum, avers Melk. Man kreeg avers bloots een poor Liters Melk. Sü un as`n vertellt, hefft sik anstelligt Lüüd ehr Reedschop to`n bottern sülms trecht boot. Un so`n Botterfatt is hier afbild. --- Links, das ist ein kleines Butterfass und rechts, das ist ein Käsesieb. In der schlechten Zeit während und nach dem Kriege musste sich jeder selber versorgen. Butter gab es kaum, aber Milch. Man bekam aber nur einige Liter Milch. So bauten, wie man mir erzählte, sich geschickte Leute Buttergeräte für geringe Milchmengen. Ein solches Butterfass ist hier abgebildet. |
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| 32. Uraltes Bollener Siegel |
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Dütt Segel von de Gemeende Bollen hett Manfred Beneke an den Heimaatvereen weggeven. Up dat Segel steiht: „Gemeinde Bollen Amts Achim“. So wat vör hunnertunföftig Johren, genau achteihnhunnertuntweeunföftig, hefft se ut dat Gohgericht Achim dat Amt Achim makt. Na de Gebietsreform von de Preußen von achteihnhunnert-unfifeunachtig köm een Deel von`t Amt Otterbarg un dat Achim tohope to`n „Kreis Achim“. Dat Segel von de Gemeende Bollen stammt ut de Tiet von 1852 bis 1885 un is somit 120 bit 150 Johren old. --- Dieses
Siegel der Gemeinde Bollen hat Manfred Beneke dem Heimatverein geschenkt.
Auf dem Siegel steht: Gemeinde Bollen Amts Achim. Vor etwa 150 Jahren,
genau 1852, wurde aus dem Gohgericht Achim das Amt Achim. Nach der preußischen
Gebietsreform von 1885 wurde ein großer Teil des Amtes Ottersberg und das
Amt Achim zum „Kreis Achim“ zusammengelegt. Das
Siegel der Gemeinde Bollen stammt demnach aus der Zeit von 1852 bis 1885
und müsste somit 120 bis 150 Jahre alt sein. |
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| 33. Ladenkasse Stolte |
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Dat
hier is de erste Ladenkaß von de Firma Stolte. An´n föften Januoor
Achteinhunnerteenunnegentig gründ de Slosser – un Smeedmeester Hermann
Stolte den Bedrief, de doomals noch in`e Bremer Straße to huus wör.
Negentein hunnertunfief töög
de Bedrief in de Bahnhofstraße, hüdigendaags heet se Zum Achimer
Bahnhof. Ut düsse Tiet stammt ok de hier afbild Kaß. De Familie Stolte
hett düsse Kaß an`n Heimaatvereen Achim weggeven. --- Das war die erste Ladenkasse der Firma Stolte. Am 5. Januar 1891 gründete der Schlosser – und Schmiedemeister Hermann Stolte den damals noch in der Bremer Straße ansässigen Betrieb. 1905 zog der Betrieb in die Bahnhofstraße, heute Zum Achimer Bahnhof, um. Aus dieser Zeit stammt auch die hier abgebildete Ladenkasse. Sie ist somit über 100 Jahre alt. Die Familie Stolte hat diese Kasse jetzt dem Heimatverein Achim geschenkt. |
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| 34. Spielzeug: Margarinefiguren |
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Na`n
Krieg geev dat Biller to`n Sammeln, Karl Mai be Onno Behrens Tee, Biller
von Tieren bi de Margarine Firma „Holsteins Sieg“ avers ok Figurn to`n
Sammeln. Hier sünd enkelte „Margarine
Figurn“ afbild, kloor dat
de nich ut Margarine sünd. Dormit kann`n Städte boen or`n Buurhoff,
Tiergoorn un mennig mehr. Ok hüdigendaags speelt de lütten Kinner geern
mit düsse Figurn. Dor lat se Playmobil, Lego un Co. inn`n Schrank legen. --- Nach dem Kriege gab es Sammelbilder, Karl Mai von Onno Behrens Tee, Tierbilder von der Margarine Firma „Holsteins Sieg“ aber auch Sammelfiguren. Hier sind einige der „Margarine Figuren“, die natürlich nicht aus Margarine sondern aus Plastik sind, abgebildet. Man kann damit Städte „bauen“ oder Bauernhöfe, Zoos und vieles mehr. Auch heute spielen die kleinen Kinder noch gern mit diesen Figuren. Da bleiben Playmobil, Lego und Co. Im Schrank liegen. |
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| 35. Fidibus |
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Dat is`n elektrischen Fidibus. --- Das ist ein elektrischer Fidibus. |
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| 36. Armband für eine Uhr |
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Dat is`n Armband för eene Uhr. --- Das ist ein Armband für eine Uhr. |
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| 37. Lotto |
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In een Kist hett Klaus Bischoff von`n Heimaatvereen dütt Lotto Speel funnen. Wi ji up dat Bild seht, besteiht dütt Speel ut Koorten mit Tallen dorup, un lütte Holtschieben ok mit Tallen jüst so as up de Koorten in`n lütten Linnenbütel. Up de Speelregeln kann sik Bischoff nich mehr so recht besinnen. To Anfang von dat Speel kreg jeedeen von de Speelers een or mehr Koorten- dat hüng dorvon af woveel Speelers mitmöken – un de Holtschieben kömen in`n Bütel. Ut düssen Bütel töög denn de Baas von de Speelers na un na de Schieben. Wokeen de upropen Tall up seine Koorten harr, möss sik mellen un kreeg denn düsse Tall un pack de up siene Koorten. Keeneen toerst sien Koorten full harr, harr wunnen. ---
In
einer Kiste entdeckte Klaus Bischoff vom Heimatverein dieses Lotto Spiel.
Wie auf dem Bild zu erkennen, besteht dieses Spiel aus Karten mit Zahlen,
kleinen Holzscheiben die mit denen auf den Karten identisch sind und einem
kleinen Leinenbeutel. Wie die Spielregeln sind, daran kann sich Bischoff
nicht genau erinnern. Zu Spielbeginn bekam jeder Spieler eine oder mehrere
Karten – hing von der Zahl der Mitspieler ab-, die Holzscheibchen mit
den aufgedruckten Zahlen kamen in den Beutel. Aus diesem Beutel zog dann
ein Spielleiter nach und nach die Scheibchen. Wer die aufgerufene Zahl auf
seiner Karte hatte, meldete sich und erhielt dann diese Zahl und legte sie
auf seine Karte. Wer zuerst seine Karte voll hatte, der hatte gewonnen
oder? |
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| 38. Gewichte |
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Dat sünd Wichten to`n afwegen von Woren. Avers worüm sünd düsse Wichten ut Pozlaan? Na`n eersten Weltkrieg wöör dat Metall knapp. So hefft se de Wichten ut Pozlaan maakt un de denn mit Blee upfüllt. Wi seggt`n doch schöön: „ Man mut sik nur to helpen weeten“ --- Das
sind Gewichte zum Abwiegen von Waren. Aber warum sind diese Gewichte aus
Porzellan? Nach dem 1. Weltkrieg waren Metalle knapp. So stellte man
Gewichte aus Porzellan her, die mit Blei gefüllt wurden. Wie heißt es
doch so schön: „Not macht erfinderisch“. |
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| 39. Stempeluhr |
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To`n
Anfang von 2008 hett Horst Detlefs den Achimer Heimaatvereen düsse Klock
von „Riekes Hönnigkookenfabrik“ schenkt. As de Fabrik
neigenteihnhunnertunachunsöbentig dicht mök, hett de Detlefs düsse
Klock ut dat Fabrikgebüde „An der Eisenbahn“ rutholt. De
Heimaatvereen hett de Klock wedder up Schick brocht un se steiht nu in`t
Clüverhuus. Use Maten Elke Völkel un Ursel Minnermann holt de
Stempelklock fast, dormit ji ok`n Bild to sehen kriegt. --- Anfang 2008 erhielt der Heimatverein Achim diese Stempeluhr aus der ehemaligen „Riekes Honigkuchenfabrik“ von Horst Detlefs geschenkt. Herr Detlefs hat diese Uhr 1978, als die Fabrik geschlossen wurde, aus dem damaligen Firmengebäude „An der Eisenbahn“ geholt. Die Uhr wurde vom Heimatverein restauriert und befindet sich jetzt im Clüverhaus. Elke Völkel und Ursel Mindermann (rechts) halten die Stempeluhr im Dachgeschoss des Clüverhauses für ein Foto fest. |
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| 40. Spatzenfalle |
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As noch Krieg wör un ok dorna gev dat kuum wat to`n Eten. Sparling un Müüs freten allens wat up de Felders un in`n Goorn wöss un wat inlagert wöör. Ik meen, deGemeinden hefft 5 Penn för`n greepen Sparling or dote Muus betahlt. As Kinner harrn wi us een Sparlingsfalln ut`n Kotüffelkorw bogt. Wi harrn twee Arten. Bi de erst stelln wi`n Knüppel unner den Korw un düssen tröcken wi weg mit`n Schnuur, so sik een or mehr Vagels dat Foor unner de Kiepen tomöte föhrten. Bi de tweete Art löten wi de Schnuur eenfach los un de Vagel wör fungen. Wi sik doch de Tieten ännert. Vör good sößtig Johren gev dat för`n doten Spatzen or Sparling Moneten un hüdigendags hett de sik so rar makt, dat et em mancherorts gornich mehr gift. --- Während des Krieges und auch danach waren Lebensmittel knapp. Spatzen und Mäuse fraßen was auf den Feldern und in den Gärten wuchs und was eingelagert war. Ich glaube die Gemeinden zahlten damals 5 Pfennig für einen gefangenen Spatz oder tote Maus. Als Kinder hatten wir uns eine Spatzenfalle aus einem Kartoffelkorb gebaut. Es gab zwei Varianten. Bei der ersten wurde ein Stock unter einen Korb gestellt und dieser wurde mit einer Schnur weggezogen, wenn sich ein oder mehrere Vögel über das Fressen unter dem Korb hergemacht hatten. Bei der zweiten Lösung wurde das Seil am Korb einfach losgelassen und die Vögel waren gefangen. Wie sich doch die Zeiten ändern. Vor gut 60 Jahren bekam man für einen toten Spatzen oder Sperling Geld und jetzt ist dieser Vogel so selten, dass er an manchen Orten kaum noch anzutreffen ist. |
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| 41. Schinkentellerbord |
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Wat`n
doch so allens in Speermüll finnen kannst. Vör enigen Johren hefft wi dütt
Deel in Bieren in`n Hupen von Speermüll funnen. Dat is`n
Schinkentellerboort. De Utdruck Schinkentellerboort is all watt afsünnerlich.
Egentlich hefft se „hölten Tellerboort“, wat so veel heet as`n Boort
für hölten Tellers, to dütt
Stück Möbel seggt. Wenn`n hüdigendaags een Schinkenbroot bestellt,
bekummt`n dat faken up`n hölten Teller vörsett. Womööglich hett de
Gaststeed ook noch so`n Schinkentellerboort in de Köök hangen. In de Löcker
von`n ünneren Deel kömen de hölten Löpels rin. --- Was man doch so alles im Sperrmüll finden kann. Vor einigen Jahren wurde dieser Gegenstand in Bierden im Sperrmüllhaufen gefunden. Es ist ein Schinkentellerbord. In die Löcher im unteren Teil dieses Bordes werden die Holzlöffel gesteckt. Der Begriff Schinkentellerbord ist schon etwas Besonderes. Normalerweise wurde dieses Möbelstück „hölten Tellerboort“, also ein Bord für Holzteller, genannt. Wenn man heute ein Schinkenbrot bestellt, bekommt man dieses häufig auf einem Holzteller serviert. Vielleicht hat die Gaststätte ja auch noch so ein Schinkentellerbord in der Küche hängen. In die Löcher im unteren Teil wurden die Holzlöffel gesteckt. |
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| 42. Malerdekorrolle |
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Keene
en kennt noch de witt kalkten Wänne, up de achteran farbige Muster mit`n
Farvruller upbrocht hefft? Wenn de Wänne witt streken wöörn, trögg de
Maler 5 Zentimeters unnerhalf von de Decke mit een Snoor (Snoorslag) eene
Lienje an de dat Muster ennen scholl.Up de Fläche twüschen
Snoorslag un Decke hefft se Poppier klevt. Dorna nehm de Maler sienen
Rullenapperaat, in de he een Dekorrull insett har un roll dormit von boben
na ünnen dat wünschte klöörte Muster up de Wand.Is doch kloor dat`n vörher
Farv infüllen möss. Scholl de Wand bunt weern, möss`n na un na mit ünnerscheedlich
Rullen un Farv överrullen. För den Afschluss gev dat Rullen um Borde und
Fries up de Wand to bringen. Wenn se ohle Hüüser wedder herrichten wöllt,
wendt se hüdigendaags düsse Rullen ok noch an. Düsse Dekorruller hett
de Malermester Fritz Buschman an`n Heimaatvereen schenkt. --- Wer erinnert sich noch an die weiß gekalkten Wände, die mit einem Farbroller anschließend mit farbigen Mustern versehen wurden? Nachdem die Wände weiß gestrichen waren, zog der Maler mit einer Schnur (Schnurschlag) etwa 5 Zentimeter unter der Decke eine Linie an der das Muster enden sollte. Die Fläche zwischen Schnurschlag und Decke wurde dann mit Papier abgeklebt. Danach nahm der Maler seinen Rollenapparat, in den er eine Dekorrolle einsetzte und rollte damit von oben nach unten das gewünschte farbige Muster auf die Wand. Natürlich musste erst Farbe eingefüllt werden. Sollte die Wand bunt werden, rollte man nach und nach mit verschiedenen Rollen und Farben die Wände. Als Abschluss gab es Rollen um Borde oder Friese herzustellen. Bei Restaurierungsarbeiten an historischen Gebäuden werden diese Rollen heute noch verwendet. Diese Dekorroller hat der Malermeister Fritz Buschmann dem Heimatverein geschenkt. |
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| 43. Zollstock |
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Geev mi mal den „Tollstock“ röver, so secht`n ehr, as geev mi mal den „Meterstock“ röver. Dat metrische System gilt erst siet 1881 in dat Düütsche Riek. Vörmaals geven dat „Messtöck“ up de een Siet mit Tollangaben un up de anner Siet Metertallen. Dat konnst fein bruken. Denn up`n Bo hefft se de Läng von de Nagels, liekers ok de Afmessung von dat Holt in Toll angeven. To`n dreetoller Nagel seggt`n hüdigendaags sebenziger Nagel to. För`n Footbodden hefft se meistens „töllige“ Breer verwend. Vertackt wöör`n de unnerschidlichen Läng bi de Tollmate in de enzelten Länner.In Hamboorg wöör`n Toll 2,28 Zentimeter lang. De Unnerschied to`n hannoverschen Toll wör`n halven Millimeter. 2,65 Zentimeter wöör de Toll in Preußen lang. . Den klassische Toll in England hefft se mit 2,54 cm umrekent. Twölw Toll wöör`n överall een Foot, avers unnerschiedlich lang. --- Gib mir bitte den „Zollstock“ her, so hört man öfter als gib mir mal den „Meterstock“ her. Das metrische System gilt erst seit 1881 im Deutschen Reich. Früher gab es „Messstöcke“ mit Zollangaben auf der einen und Meterzahlen auf der anderen Seite. Das war sehr praktisch. Denn auf dem Bau wurden Nägel, aber auch Holzabmessungen noch lange Zeit in Zoll angegeben. Ein Dreizollnagel entspricht heute einem 70er Nagel. Als Fußbodenbretter wurden meistens „zöllige“ Bretter verwendet. Schwierig waren die unterschiedlichen Längen der Zollmaße in den einzelnen Ländern. In Hamburg entsprach ein Zoll 2,38 Zentimeter. Der Unterschied zum hannoverschen Zoll betrug einen halben Millimeter. 2,65 Zentimeter betrug das Zollmaß in Preußen. Der klassische Zoll in England wird mit 2,54 cm umgerechnet. Zwölf Zoll waren aber überall ein Fuß, aber immer verschieden lang. |
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| 44. Bierflasche "Ahlers" |
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In`t Archiv vo`n Achmer Heimaatvereen gift dat düsse Buddel up de to lesen ist „Heinr. Ahlers Achim“. Wie old düsse Buddel is, kunnen wi nich faststellen. Öller as achunneigenzig Johr is se awers nich, de Beerverlag Ahlers, hüdigendaags „Getränke Ahlers“, is 1910 von Heinrich Ahlers, den Opa von`n hüdigen Baas Bernhard Henze, gründ`t wurrn. Fröher hefft se dat Beer nich blots in Kruken verköfft, sünnern ok in so`n Buddels. Bernhard Henze kann sik noch dorup besinnen, as he mit sien Opa Beer in düsse Buddel affüllt het. Hüdigendaags verslut se de Buddels mit Kronenkorkens un Bluppversluß, de Versluß von düsse Buddel harr noch`n Stöpsel mit`n Gewind. --- Im Archiv des Achimer Heimatvereins befindet sich diese Bierflasche mit der Aufschrift „Heinr. Ahlers Achim“. Wie alt diese Flasche ist, wurde noch nicht ermittelt. Sie ist aber nicht älter als 98 Jahre, denn der Bierverlag Ahlers, heute “Getränke Ahlers“, wurde 1910 von Heinrich Ahlers, dem Großvater des heutigen Besitzers Bernhard Henze, gegründet. Früher wurde das Bier nicht nur in Krügen verkauft, sondern auch in solchen Flaschen. Bernhard Henze erinnert sich noch daran, als er mit seinem Opa Bier in diese Flachen abgefüllt hat. Während heute die Flaschen mit Kronenkorken oder Klappverschlüssen verschlossen wird, hat der Verschluss dieser Bierflasche einen Stöpsel mit Gewinde. |
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| 45. Heidequast |
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Mit düssen Heidquest, de, wenn he neet is so bi twintig Zentimeter lang is un ut Heidekruut besteiht, dat mit Draht tohopebunnen is, hefft se fröher Kochpötte sauber makt. Hüte nähmt se dorto Pottswämm. Mine Oma, so seggt Klaus Bischoff, hett noch Schüürsand bito dahn, wenn in`n Pott wat anbrennt wör. Mit düssen Sand, den ik ut us Sandkist halt heff, Water un den Heidquest kreg se den jeden Dreck in`n Pott weg. Mit de Pottswämm, de dat hüte gifft un in de noch Reinigungsmittel inne sünd, krigt`n de Pötte aver flinker rein. Kofft hefft se de Heidquesten in de Geschäften aver ok bi Händlers up Reisen. --- Mit diesem Heidequast, der neu etwa 20 Zentimeter lang ist und aus Heidekraut besteht, das mit Draht zusammengebunden ist, hat man früher Kochtöpfe gereinigt. Heute nimmt man dazu Topfschwämme. Meine Oma, sagt Klaus Bischoff, nahm zusätzlich noch Scheuersand, wenn im Topf etwas „angebrannt“ war. Mit diesem Sand, den ich aus unserer Sandkiste holte, Wasser und dem Heidequast oder auch Heidequest genannt, konnte sie jeden Schmutz im Topf beseitigen. Mit den heutigen Topfschwämmen, die zusätzlich noch mit einem Reinigungsmittel versehen sind, werden die dreckigen Töpfe aber schneller sauber. Man kaufte diese Heidequasten in Geschäften, aber auch von reisenden Händlern. |
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| 46. Sahm`s Einkochkrug |
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--- Wer vom Einkochen spricht, denkt meist an „Weckgläser, Rillengläser“ und andere Marken von Einkochgläsern. Beim Heimatverein Achim befindet sich ein Krug, auf dem zu lesen ist: „ Sahm´s Einkochkrug – 2 Liter – Gesetzlich geschützt“. Leider fehlt der dazugehörige Deckel. In diesem Krug, so berichten ältere Leute, wurde genau so wie mit den Einkochgläsern „eingeweckt“. Oft wurde nicht vom „Einkochen“ sondern vom „Einwecken“ geredet. Heute wird viel weniger eingekocht, ist das Einfrieren doch viel einfacher. |
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| 47. Murmelspiel |
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Jeedeen
von us har`n Marmelbüdel bi sik, wenn wi bi 1950 to`n speeln na buten güngen.
Bi`t Marmelspeel mössen een mit veel Doppgefööl Marmels in een lütte
Kuhln schuben. De Kuhln harrn wi mt`n Hacken von den Schoo in`n Sandbodden
dreiht. As wi denn de Afwurflinje ok mit`n Hacken anteeken harrn, kunnt
Spell losgahn. Elkeen Speeler droff dree Klunker na`n Lock hen smieten un
keeneen sein Klunker an dichsten an`t lock smeeten harr, dröff mit dat
Inlocken loslegen. Wenn he dat Lock nich drööp, schööf de neegst schööf
siene Marmel in`t Lock. Keeneen de lest Marmel in`t Lock schubste, de
kreeg all de Klunker, de in dat Lock leegen. To Marmel hefft wi ok Klicker
or Schusser seggt. Ansonsten geev dat laters neven de Tonklunkers ok
Marmels ut Glas. Egenlich mössen up Hochdüütsch Marmels seggen, den man
vermod, so sik dat Woort von Marmelsteen afleid. Hüdigendaags kennt de Gören
dütt Spell kuum noch. Wi scholln se ok mit den Hacken von de Schoo dat
Lock dorto herstelln. --- Jeder von uns hatte einen Murmelbeutel bei sich, wenn wir um 1950 zum Spielen nach draußen gingen. Beim Murmelspiel wurden mit viel Fingerspitzengefühl Murmeln in eine kleine Kuhle geschoben. Die Kuhle hatten wir mit dem Schuhhacken in den Sandboden gedreht. Nachdem die Abwurflinie ebenfalls mit dem Hacken angezeichnet war, konnte das Spiel beginnen. Jeder Spieler durfte drei Kugeln in Richtung Loch werfen und wer seine Kugel im Loch oder am dichtesten platziert hatte, durfte mit dem Einlochen beginnen. Wurde das Loch verfehlt, schob der nächste die Murmeln ins Loch. Wer die letzte Murmel oder Marmel ins Loch schubste, bekam alle Kugeln, die sich im Loch befanden. Murmeln wurden auch Klicker oder Schusser genannt. Neben den Tonmurmeln gab es später auch Glasmurmel. Eigentlich müsste es Marmel heißen, denn es wird vermutet, da sich das Wort von Marmor ableitet. Heute kennen die Kinder dieses Spiel kaum noch. Wo sollten sie auch mit dem Schuhhacken das erforderliche Loch herstellen? |
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| 48. Besenbinden |
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„Nee
Bessen kehrt goot“, so seggt dat Sprickwoort. Doch wat hett düsse
Spruch mit dat hier afbildt Reedschop to doon? Bannig Veel, so as up dat
Bild to sehn, weerd de Barkenrieser mit düsset Reedschop tohope presst un
dorna mit upsneern Wiedenroden, mit Draht un Sackband ut Sisaal
tohopebunnen. Uplest weerd de Riesers jüst so as bi`n Rükebusch afsneern.
Am End ward de höltern Steel in dat tohope bunnene Rieserbünnel rinstött,
dorto ward de Steel up`n Bodden stött. Fardig is de Bessen un wie seggt`n:
„Nee Bessen kehrt goot“. --- „Neue
Besen kehren gut“, so heißt ein Sprichwort. Doch was hat dieser Spruch
mit dem hier abgebildeten Gerät zu tun? Sehr viel, denn wie auf dem Bild
zu sehen, werden die Birkenreiser mit diesem Gerät zusammengepresst und
anschließend mit aufgeschnittenen Weidenruten, mit Draht und Sackband aus
Sisal zusammengebunden. Anschließend werden die Enden der Reiser wie bei
einem Blumenstrauß abgeschnitten. Zum Schluss wird der Holzstiel in das
zusammengebundene Reisigbündel gestoßen, in dem man den Stiel auf den
Boden stößt. Fertig ist der Besen und wie gesagt: „Neue Besen kehren
gut.“ |
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| 49. Tragejoch |
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Dat
is`n Jück mit twee Ammers, wo se de Melk na`n Melken von de Wisch to`n
Hoff brocht hefft. Dat wöör
nichtens so eenfach, de Melk ohn dat se överschwappt is na Huus to
bringen. Dormit de Melk nich so licht överschwappt, packte man ok lütte,
rein Breder baben up de Melk. Wokeen kennt nich Hummel, den Waterdräger
ut Hamborg? Bloots dat de Hummel keen Melk sünners Water sleppt hett. --- Das ist ein Tragejoch mit zwei Eimern, in denen die Milch nach dem Melken von der Weide zum Hof gebracht wurde. Es gehörte schon eine gehörige Portion Geschicklichkeit dazu, die Milch ohne „überschwappen“ nach Hause zu bringen. Damit die Milch nicht so leicht überschwappte, legte man auch kleine, saubere Brettstücke oben auf die Milch. Wer kennt nicht Hummel, den Wasserträger, aus Hamburg. Nur dass der Hummel keine Milch, sondern Wasser transportierte. |
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| 50. Flatterhut |
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Gegen de heete Sommersünn schütten sik dotomals de Froonslüüd mit`n Fladderhoot. Den Fladderhoot hefft se ut lichten Stoff so grood neiht, dat he dat gesicht un de Schullern vör Sünnenstrahlen schütten dö. Mit`n Band ut`n sülbigen Stoff hefft se düssen Hoot unnern Kinn tohopeholen. Anna Otten ut Uesen, dat is`n Ortsdeel von Achim, hett vör enigen Johren twee Fladderhööt för`n Achimer Heimaatvereen neiht. Up`nDagböön von`t Clüverhuus, dor hett de Vereen sien Quarteer, hett Froo Heidelberger den Hoot upsett. Un bumsens wör ok een Fotgraf to Steer un hett dütt Foto schaten. --- Gegen
die heiße Sommersonne schützten sich früher die Frauen mit einem
„Flatterhut“. Der Flatterhut wurde aus leichtem Stoff so groß genäht,
dass er das Gesicht und die Schultern vor Sonnenstrahlen schützte. Mit
einem Band aus dem gleichen Stoff wurde dieser Hut unter dem Kinn
zusammengehalten. Anna Otten aus Uesen, das ist ein Ortsteil von Achim,
hat vor einigen Jahren zwei Flatterhüte für den Achimer Heimatverein genäht.
Auf dem Dachboden des Clüverhauses, da hat der Verein sein Quartier,
probierte Frau Heidelberger den Hut auf. Schon war ein Fotograf zur Stelle
und schoss dieses Foto. |
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| 51. Nagelkreuz eisernes Kreuz |
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In de Tied von`n ersten Weltkrieg harr`n de Minschen fas nix, wat se to`n
leven brukten. 1915 hefft se in Achim een iesern Krüüz upstellt. Börger,
Verenen un annere Köppel kunnen in düsse holten Platte Nagels inslaan.
Tovör mössen se twoors spennen. Iesern Nagel för 50 Penn, sülvern to 5
Mark, sülvern Nagel mit Namen för 10 Mark un Verenen spennen 20 Mark. De
Spennen kregen de Familien in dat Karkspeel Achim, de in Not wöörn. Bit
December 1915 kömen 4 000 Mark an Spennen tohope. Utdacht hefft de
Kreisboomester Engelhardt un de Kunstmaler Flinz dütt iesern Krüüz.
Herstellt hett dat`n belgischen Kriegsgefangenen ut dat Lager Böögermoor.
Hüüd hangt dat Nagelkrüüz in`t Clüverhuus to Achim. --- Während des ersten Weltkrieges fehlte der Bevölkerung fast alles zum Leben. 1915 wurde in Achim ein eisernes Kreuz aufgestellt. Bürger, Vereine und andere Gruppen konnten in diese Holzplatte Nägel einschlagen. Vorher mussten sie allerdings spenden. Eiserne Nägel für 50 Pfennig, silberne zu 5 Mark, silberne Nägel mit Namensgravur für 10 Mark und Vereine spendeten 20 Mark. Die Spenden erhielten Not leidende Familien im Kirchspiel Achim. Bis Dezember 1915 kamen 4000 Mark an Spenden zusammen. Entworfen haben der Kreisbaumeister Engelhardt und der Kunstmaler Flinz dieses eiserne Kreuz. Die Bildhauerarbeit wurde von einem belgischen Kriegsgefangenen aus dem Lager Badenermoor ausgeführt. Heute hängt dieses Nagelkreuz im Clüverhaus in Achim. |
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| 52. Zichoriendose |
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In düsse Dös ut de Tiet um 1850, so old meen een Koffeekenner is düsse Pappschachel, füllen fröher de Lüüd ehren Landkoffi, so se up Reisen güngen. Düssen falschen Koffi hefft se ut de Wuddeln von`n Kruut wat wi Salat utsüt wunnen. De Wuddeln hefft se röst un mahlen un denn, jüst so as hüte den Koffi, upbrüht. To Anfang nöhm man bloots dat Mehl von de Zichorie, later hefft se Zichorie mit röstern Koorn un anner Todaden, as Molt, Fiegen, Eckern, Bookeckern un anner Tüg tohope mischt. In all düsse Todaden is keen Koffein, sü un so hefft se to düssen Koffi ok flaschen Koffi seggt, mennigeen kenn dat ok noch as „Muckefuck“. Mag wesen dat Muckefuck ut`n franzöösch kummt, dor seggt to falschen Koffi „Mocca faux“. In de DDR, bi de Koffisassen, hefft se düssen falschen Koffi „Erichs Krönung“ nennt. Up`n Deckel steiht: Reusch & Schulz, Feinster Hermann Caffee, Braunschweig – up de Dös: Hermann – Cichorien. --- In diese Dose, aus der Zeit um 1850, so alt schätzte ein Kaffeefachmann diese „Pappschachtel“, füllten früher die Leute ihren Landkaffee, wenn sie auf Reisen gingen. Dieser Kaffeeersatz wurde aus den Wurzeln eines salatähnlichen Gewächses gewonnen. Die Wurzeln wurden geröstet und gemahlen und dann, wie heute der Kaffee, aufgebrüht. Ursprünglich nahm man nur das Mehl der Zichorie, später wurde Zichorie mit geröstetem Getreide und anderen Zutaten, wie Malz, Feigen, Eichel, Bucheckern und anderem gemischt. Alle diese Zutaten enthalten kein Koffein, deshalb nannte man diesen Kaffee auch Kaffeeersatz, vielen auch noch als „Muckefuck“ bekannt. Vielleicht kommt dieser Ausdruck aus dem Französischen nämlich „Mocca faux“, falscher Kaffee. In der DDR, bei den Kaffeesachsen, wurde dieser Kaffeeersatz unter dem Namen „Erichs Krönung“ geführt. Auf dem Deckel steht: Reusch & Schulz, Feinster Hermann Caffee, Braunschweig – auf der Dose: Hermann – Cichorien. |
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| 53. Brennhexe |
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To`n End von Krieg un dorna, as all Huushoolt
Lüüd de flücht wöörn upnehmen mossen, geev dat nich noog Heerden um
dat Eten för all de Lüüd to kaken. Dorto kööm noch, dat de Flüchtlinge
„fremde Lüüd“ weern un man düsse Minschen nich jümmers bi sik in
de Köök hebben woll.To düsse Tiet köm de Brennhex up. Se wöör ut
eenfach Blick makt un sodenn in de Zimmers stellt. Een Anschluss för`n
Schossteen wöör nich nödig. In de Schief von`t Finster hefft se een
Lock rinsneern un dat Aftreckrohr von de Brennhex dör dütt Lock na buten
föhrt.
--- Zum Kriegsende und nach dem
Kriege, als alle Haushalte Flüchtlinge aufnehmen mussten, gab es nicht
genug Kochherde um das Essen für alle zuzubereiten. In dieser Zeit
kam die Brennhexe auf. Sie wurde aus einfachem Blech hergestellt und dann
in den Räumen aufgestellt. Ein Schornsteinanschluss war nicht notwendig.
Es wurde ein Loch in die Fensterscheibe geschnitten und das Abzugsrohr der
Brennhexe durch diese Öffnung nach außen geführt. |
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| 54. Zimmerklo |
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De öllern unner us besinnt sik noch an düsse
Saak as „Aftritt för`t Zimmer. As se
noch keen Waterklosett harrn un man sien Geschäft upp`n
„Donnerbalken“ buten uppen Hoff verrichen moss, geev dat för`s
Nachens un kladderige Lüüd
een Lokus in`n Zimmer, in de Slaapkamer is doch kloor. Hierup möök man
nachens sien Geschäft un an morgens hefft se den Ammer, de unner dütt
Sitzgestell stunn, in de Jauchekuhln utkippt.
--- Die „ältere Generation“ wird sich noch an diesen Gegenstand als „Zimmerklo“ erinnern. Als es noch kein Spülklosett gab und man sein „Geschäft“ auf dem Donnerbalken außerhalb des Hauses verrichten musste, gab es für nachts und kranke Leute ein Klo im Zimmer, im Schlafzimmer natürlich. Hier verrichtete man nachts sein Geschäft und am Morgen wurde der Eimer, der unter diesem Sitzgestell stand, in die Jauchegrube entleert. |
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| 55. Kohlschneider |
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As se düsse
Reedschop bien Heimaatvereen Achim afgeven döön, wüss`n dor nich woto düsse
Maschin brukt wöör. To`n Wittkohl sniern verklookfiedeln öllere Maten.
De Kohlkopp ward in de Mulden ut Zinkblick legt un un dann waard mit den
Dreiherl dat Mess to`n Sniern dreiht. Jüst so as wi bie een
Schnippelmaschin för Bohnen. --- Als dieses Gerät beim Achimer Heimatverein abgegeben wurde, wusste man dort nicht, wofür diese „Maschine“ gedacht war. Zum Weißkohl schneiden, erklärten ältere Mitglieder. Der Kohlkopf wird in die Mulde aus Zinkblech gelegt und dann mittels der Kurbel die Schneidmesser gedreht. Ähnlich wie bei einer Schnippelmaschine für Bohnen. |
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| 56. Sichel |
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Um groote Grasflachen to meihen heft se eene Seßel
nahmen. Lütt Lüüe bruken to`n Grasmeihen för de Kanienken eene Sichel.
(Up Platt ok Seßel nennt). Dat Handling is bi Seßel un Sichel liek. De
Ünnerscheed is de Längde von`n Steel, Greep un Snied. De Snied ward
mit`n Gniedelsteen scharp makt. Faken mussen vörher de Snied noch kloppen
(dengeln). Bi`n Kloppen (Dengeln) weerd de uneven Stelln von de Snied
mit`n Dengelhamer besietigt. Hüdigendaags
weerd Seßel un Sichel kuum noch brukt.
--- Um große Grasflächen zu mähen verwendet man eine Sense. Der kleine Mann benutzt zum Grasmähen für Kaninchen eine Sichel. Die Handhabung ist bei Sense und Sichel ähnlich. Der Unterschied ist die Länge des Stieles, des Griffes und der Schneide. Die Schneide wird mit dem Wetzstein geschärft. Oft muss zuvor die Schneide noch gedengelt werden. Beim Dengeln werden die Unebenheiten der Schneide mit einem Dengelhammer beseitigt. Heute werden Sense und Sichel nur noch sehr selten benutzt |
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| 57. Strohschneider |
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Bevör dat et Strohsnieder ut Metall gev, hefft se
dat Stro to`n Instrein för de Tiere mit düt Reedschop up so wat bi
dartig Zentimeters Längde sneden. Dat Stro hefft se in de Gavel leggt un
denn mit`n Seselblatt tosneden.
--- Bevor es Strohschneider aus Metall gab, wurde das Stroh zum Einstreuen der Tiere mit diesem Gerät auf etwa 30 Zentimeter Länge geschnitten. Das Stroh wurde in die Gabel gelegt und dann mit einem Sensenblatt zugeschnitten. |
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| 58. Babywanne |
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To welke Tied se düsse Wann brukt hefft weet wi
nich. Se kummt ut dat Huus Weidenhöfer bi de Achimer Windmöhl. De
Stellage is ut Holt un de Wann besteiht ut een emailjierte Schaal.
--- Wann diese Babywanne benutzt wurde ist nicht bekannt. Sie stammt aus dem Haus Weidenhöfer neben der Achimer Windmühle. Das Gestell ist aus Holz und die Wanne besteht aus einer emaillierten Schale |
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| 59. Leinenballen für die Braut |
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Ut Flaß ward Linnen. Un dat hier is wat dor bi
rutkummt, een Linnenballen. So`n Ballen
kregen de Brutens mit in de Utstüür un so hefft se de
Linnenballen ok verköfft. Tohopeholen ward de Ballen dör dree lütte Knütten,
de de nicht apenmaken kannst. Een Ballen mit Knütten hefft se vörher
nich opdoon, he is originaal verpackt. Dat wat`n dorför bruukt is de Flaßplanten,
hüdigendaags kennt wi dat ok as Lienöölplanten. De Faser von de
Stengels brukt se nich mehr, dorför avers de Früchten, dor presst se
Ööl ut.
--- Aus Flachs wird Leinen. Und das ist das Endprodukt, ein Leinenballen. Solche Ballen bekamen die Bräute mit in die Aussteuer und so wurden die Leinenballen auch verkauft. Zusammengehalten wird der Ballen durch drei kleine Knoten, die man nicht öffnen kann. Ein Ballen mit den Knoten wurde vorher nicht geöffnet, er ist original verpackt. Das Grundprodukt ist die Flachspflanze, heute auch als Leinölpflanze bekannt. Die Faser der Stängel werden nicht mehr genutzt, dafür die Früchte, aus denen Öl gepresst wird |
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| 60. Bindebaum |
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Up
de Stroh – un Hauwagens worrn to`n Fasthollen baben up dat Stroh or Hau
de Binneboom „uplegt“. Um de Ennens vo`n Binneboom worrn Tau leggt un
dat denn över`n Rullen fastzurrt. Dör dat rechte Upladen von`t Meihgoot
un dör Binneboom un Spannrull worr dat Stroh un Hau so fastmakt dat`t bi
den Transpoort över de „huckelijen“ Feldwege rutschen un tolest
umkippen dö.
--- Auf die Heu – und Strohwagen wurde zur Halterung oben auf dem Stroh oder Heu der Bindebaum „aufgelegt“. Um die Enden des Bindebaumes wurde ein Tau gelegt und dieses dann über eine Rolle festgezurrt. Durch das richtige Aufladen des Mähgutes und durch Bindebaum und „Spannrolle“ wurden Stroh und Heu so befestigt, dass diese während des Transportes über die „huckeligen“ Feldwege“ nicht verrutschten und letztlich umkippten |
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| 61. Egge |
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Wenn
plögt is ward de Acker eegt. Hüte hangt de Buur een or mehr Egen achtern
sienen Trecker un terkrömelt den plögten Bodden. Fröer nöhm man dorto
een Eeg jüst so as up dütt Bild. Bi düsse Eeg is allens noch ut Holt ok
de Zacken. De Buur güng achter dat Peerd
to`n trecken un de Eeg un böör af un an düsse Eeg mit`n Holtsticken
hoch. Dat wöör meist een Telgen mit`n Asgabel. Düssen Sticken hett`n
Hakenstock nennt.
--- Nach dem Pflügen wird der
Acker geeggt. Heute hängt der Landwirte eine oder mehrere Eggen hinter
seinen Traktor und zerkrümelt den gepflügten Boden. Früher benutzte man
dazu eine Egge wie hier abgebildet. Bei dieser Egge ist alles noch aus
Holz auch die Zacken. Der Bauer ging hinter dem Zugpferd und der Egge
hinterher und hob ab und zu diese Egge mit einem Holzstock hoch. Das war
meist ein Ast m,it einer Astgabel daran. Diesen Stock nannte man
Hakenstock. |
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| 62. "Radwechsel" |
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Düsse
twee Reedschopn harr`n fröher nödig to`n Radwesseln bie`n Ackerwagen.
Mit den Wagenradslötel hett`n de veerkanten Mudder, de dat Rad fasthölt,
löst un dorna den Wagen mit dat Gestell, dat utsütt as`n Dreebock, anbört.
Dorna konn`n dat Rad von de Assen aftrecken un dat Rad reporeeren un de
Radnarf afsmeern. „Keeen got smeert, de good föhrt“ heet`n
Spreekwoort. Hett`n nich to rechten Tied smeert, kunn dat wesen, dat dat
Lager von`t Rad dröge woor, heet löpt un wenn`t gräsig kööm to
brennen anfüng.
--- Diese beiden Geräte benötigte man zum Radwechsel beim Ackerwagen. Mit dem Wagenradschlüssel wurde die vierkantige Mutter, die das Rad festhielt, gelöst und danach der Wagen mit dem „dreibockähnlichen“ Gestell angehoben. Danach konnte man das Rad von der Achse abziehen und das Rad reparieren und die Radnarbe abschmieren. „Wer gut schmiert, der gut fährt“ heißt ein Sprichwort. Wurde nicht regelmäßig geschmiert, konnte es passieren, dass das Lager trocken wurde, heiß lief und schlimmstenfalls zu brennen anfing. |
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| 63. Dengelklotz |
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Fröher hefft se dat Stroh nich mit`n Meihdöscher oornt, sünners eerst mit de Sessel meiht, dona tohope harkt, to Garven bunnen, in Hocken upsett un denn mit`n Döschflögel döscht. Dat Blatt von de Seßel wöör bi`n Meihn von de Strohhalms gau stump un möss faken scharp makt weern. Ok kreeg dat Blatt von de Steens un anner Gegenständ Schoorten un Dellen. Düsse hefft se mit`n Dengelhammer utbügelt. Up dat hier afbildt Dengelisen – in `n Holtpluck - wöör dat Seßelblatt leggt un mit`n Dengelhammer ruphaut --- Früher wurde das Getreide nicht mit dem Mähdrescher geerntet, sondern erst mit der Sense gemäht, danach zusammengeharkt, zu Garben gebunden, zu Hocken aufgesetzt und dann mit dem Dreschflegel gedroschen. Das Sensenblatt wurde durch die Strohhalme schnell stumpf und musste häufig geschärft werden. Außerdem bekam das Blatt durch Steine und andere Gegenstände Scharten und Dellen. Diese wurden mittels Dengelhammer beseitigt. Auf das hier abgebildete Dengeleisen – im Holzklotz – wurde das Sensenblatt gelegt und mit einem Dengelhammer bearbeitet |
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| 64. Wollkratze |
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Wenn
de Schapswull richtig drögt is, mut`n düsse „kratzen“. Dorto deent
de „Kratzen, een Brett scharpe Hakels dorup, womit`n
mit jüst so een Brett tohope de Wull „kratzt“ ward.
Liekers gift`t för düsse Reedschop, kummt up de Gegend an, ok
noch annere Namens. Düsse Naam is ut dat Book von Wilhelm Bomann „Bäuerliches
Hauswesen und Tagewerk im alten Niedersachsen“rutsöcht.
--- Wenn die Schafwolle fertig getrocknet ist, muss diese „gekratzt“ werden. Dazu dient die „Kratze“, ein Brett mit scharfen Häkchen besetzt, womit auf einem zweiten gleichartigen Brett zusammen die Wolle „gekratzt“ wird. Sicher gibt es für dieses Gerät, je nach Gegend, auch noch andere Begriffe. Der Begriff Wollkratze wurde dem Buch von Wilhelm Bomann, „Bäuerliches Hauswesen und Tagewerk im alten Niedersachsen“, entnommen. |
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| 65. Glastragekasten |
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Müt düssen “Dreegkassen“ up`n Puckel trocken fröher de Glaser von Huus to Huus um de Finsterschieven intosetten. In den Dreegkassen hefft se dortomaals Finsterglas transporteert. Dünnemaals wöörn de Finsterschieven lütt un nich so „üppig“ as hüdigendaags. Up dat Bild is de Dreegkassen mit dat Glaserwarktüüg to sehn. --- Mit diesem „Tragekasten“ auf dem Rücken zogen früher die Glaser von Haus zu Haus um Fensterscheiben einzusetzen. In dem Tragekasten wurde das Fensterglas transportiert. Früher waren die Fensterscheiben klein und nicht so „üppig“ wie heute. Auf dem Bild ist der Tragekasten mit dem Glaserwerkzeug zu sehen. Dieses Werkzeug hat die Glaserei Fritz Buschmann dem Heimatverein geschenkt. |
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| 66. Kohlebügeleisen |
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As dat noch keen elektrisch Stroom gev,hefft se de Wäsch mit ünnerscheedlich Bögeliesen glatt makt. Een von düsse wöör dat Bögeliesen mit Köhlen. De gleinige Köhl kööm in dat Bögeliesen un wenn dat Iesen heet wöör, kunnen böglen. Dormit de Gloot ohn Suuerstoff nich utgüng, harr dat Bögeliesen an de Siet Lökers ton lüften. Een besönner Form von de Bögeliesen harr statt de Lökers een Aftogkamin na boben. Ton rejuliewren von de Gloot kunnen achtern an dat Bögeliesen een Klapp open un dichtmaken. --- Als es noch keinen elektrischen Strom gab, wurde die Wäsche mit verschiedenartigen Bügeleisen geglättet. Eine Art war das Kohlebügeleisen. Die glühende Kohle wurde in ein Bügeleisen gegeben und wenn die Kohle das Eisen erhitzt hatte, konnte man bügeln. Damit die Glut wegen Sauerstoffmangels nicht ausging, waren seitlich am Bügeleisen Lüftungslöcher angebracht. Eine besondere Form des Kohlebügeleisens hat statt der Lüftungslöcher einen Abzugskamin nach oben. Um die Glut zu regulieren konnte man hinten am Bügeleisen eine Klappe auf – und zumachen. |
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| 67. Spinnstuhl |
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As se den Heimaatvereen düssen Stohl schenkt hefft, beduurde mennigeen, dat de Been so kört wöörn. Düsse Stohl, möt ji weten, is sieter as allgemeen. Klaus Bischoff hett in dat Book „Bäuerliches Hauswesen und Tagewerk im alten Niedersachsen“ von Wilhelm Bomann funnen, dat düsse Stohl een Spinnstohl is. In dütt Book, wat ji up jeden Fall lesen schollen, ward de Sitzhööchte mit 38 cm angeben. Jüst so hooch is ok de hier afbildte Stoohl. --- Als
dem Heimatverein dieser alte Stuhl geschenkt wurde, bedauerte man, dass
die Beine so gekürzt waren. Dieser Stuhl ist nämlich niedriger als die
Stühle allgemein. Klaus Bischoff fand dann in dem Buch „Bäuerliches
Hauswesen und Tagewerk im alten Niedersachsen“ von Wilhelm Bomann, dass
dieser Stuhl ein Spinnstuhl ist. In dem genannten Buch, was übrigens sehr
zu empfehlen ist, wird die Sitzhöhe mit 38 cm angegeben. So hoch ist auch
der hier abgebildete Stuhl. |
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| 68. Bucheckern |
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Keene en kennt hüdigendaags noch Eckern? Kloor, dat sünd de Frücht von de Böken. Avers wat een fröher allens mit de Eckern maakt hefft, weet nur noch enzelte Lüüd. Na`n tweeten Weltkrieg worrn ton Harvst Eckern sammelt föör Muckefuck, to`n Koken backen, to`n Öölmaken un noch mennig annern Kraam. To``n Harvst sammelt un utpuhlte Eckern smeckt so as Nööt. --- Wer
kennt heute noch Bucheckern? Klar das sind die Früchte der Buche. Aber
was man früher alles mit der Buchecker gemacht hat, wissen nur noch
einige Leute. Noch nach dem 2. Weltkrieg wurden im Herbst Bucheckern
gesammelt für Kaffeeersatz, zum Kuchen backen, für die Ölherstellung
und noch viele andere Nutzungen. Im Herbst gesammelte und „gepuhlte“
Bucheckern schmecken ähnlich wie Nüsse. |
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| 69. Breitbeil |
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Wie lang man mit so`n Breetbiel Boomstämm
bearbeit hefft um dorut holten Balken to maken, kann ik nich seggen. Up
twee Böck wöör de Boomstamm mit Klammern fastmakt. Dorna worrn mit de
Snörsnoor de Afmessen antekend. Dorför trögg man de Snoor dör swarte
Farv, holl mit`n tweeten Keerl de Snoor an beiden Enn fast up`n Stamm, een
dritten Keerl böör in de Mitt vo`n Stamm de Snoor an un leet düsse nu
up den Boomstamm falln. Up`n Boom wör nu`n Strich to sehn. Nu kunnen mit
dat Behaun beginnen. De Timmermann stell sik linkerhand vo`n Stamm um düssen
up de recht Siet to behaun. Linkepoot jüst anners rum. De Fienarbeit
kunnen dorna mit Dessel or Hövel trecht maken. --- Wie lange man mit einem solchen Breitbeil Baumstämme bearbeitet hat um Holzbalken daraus zu machen, kann ich nicht sagen. Auf zwei Böcken wurde der Baumstamm mit Klammern festgesetzt. Anschließend wurden mit der Schnürschnur die Abmessungen angezeichnet. Dazu zog man die Schnur durch schwarze Farbe, hielt mit einem zweiten Mann die Schnur an beiden Enden fest auf den Stamm, ein Dritter hob in der Mitte vom Stamm die Schnürschnur an und ließ diese dann auf den Baumstamm schnellen. Auf dem Baum war ein Strich zu sehen. Jetzt konnte man mit dem Behauen beginnen. Der Zimmermann stellte sich links vom Stamm um diesen auf der rechten Seite zu behauen. Linkshänder gerade umgekehrt. Die Feinheiten konnte man danach noch mit Dechsel oder Hobel bearbeiten. |
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| 70. Geldbörse |
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Wat hüdigendaags dat Pottjemonottje is, wöör
fröher düsse Geldkniep (Knipp
– Kniep – Knippke) mit Knipsversluß. För de Schiene und dat
Hartgeld gev dat bloots een Fack. --- Was heute das Portemonnaie
ist, war früher diese Geldbörse mit Knipsverschluss. Für Scheine und
Kleingeld gab es nur ein Fach. |
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| 71. Sattlerbank |
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Düsse Bank brukt de Saddler to`n herstelln von Toggeschirr jeedeen Art un sunsteen Warktüüg ut Ledder. De tosneern Ledderdeele wurrn in düsse Bank inspannt un kunnen so fastholen, Löcker insteken un dorna tohope neiht weern. Ahn düsse Saddlerbank dä man sik swar de enkelten Ledderdeele nipp un nau tohope to kriegen. --- |
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| 72. Kernseife |
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Karnsepen hefft se fröher to allens nahmen. Karnsepen brukte man för de Pleeg von`n Lief un ton Wäschewaschen, de Kunstmaler makt de Pinsel mit Karnsepen rein, Pickel un Blattlüüs kann`n dormit verdrieven un mennig mehr. Hüdigendaags gellt Kaarnsepen as een gesund Reenigungsmiddel. Bi dat Herstelln von Karnsepen swemmt een Karn up, de dorna to Sepen wieder bearbeit ward. Sü un dorher de Begreep „Karnsepen“. --- Kernseife
war früher das Allheilmittel. Kernseife benötigte man für die Körperpflege
und zum Wäschewaschen, der Kunstmaler reinigte die Pinsel in Kernseife,
Pickel und Blattläuse konnte man damit beseitigen und vieles mehr. Heute
gilt Kernseife als gesundes Reinigungsmittel. Während der Herstellung von
Kernseife schwimmt ein Kern auf, der dann zur Seife weiter bearbeitet
wird. Deshalb der Begriff „Kernseife“. |
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| 73. Holländer |
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Wenn Winterdaags de
Seen un Graven dicht frorensünd, kummt de Tiet, de Strietschoh rut to
holn. Denn weerd de Strietschoh de dat hüüde gifft, mit Loopkufn
direktemang an`n Schoh, antroggen. Fröher hal man siene Hollänner von`n
Böön un schnall düsse denn unner de Schoh. Keeneen dortomals keene
Strietschoh harr or düsse to lütt woorn, glitsch denn up siene Holschen.
Bi schöön Weer makt dat Strietscholopen avers Hüüd jüst so as gistern
jümmer wedder Spaas. --- Wenn im Winter die Seen und Gräben zugefroren sind, kommt die Zeit, die Schlittschuhe hervorzuholen. Dann werden die Schlittschuhe heutiger Art, mit Laufkufen direkt am Schuh, angezogen. Früher holte man seine Holländer vom Boden und schnallte diese dann unter die Schuhe. Wer damals keine Schlittschuhe besaß oder diese zu klein geworden waren, glitschte dann auf seinen Holzschuhen. Bei schönem Wetter macht das Schlittschuhlaufen aber Heute wie Früher immer wieder Spaß. |
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| 74. Stickschablone |
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Fröher stickde man up
dat Wäschestück den Namen von`n Besitzer in. So ton Biespell in de Wäsch
för de Utstüüer. Düsse Wäsch kregen de Döchter von de Öllern in de
Ehe mit. Avers nich nur de Utstüüerstück kregen Namens instickd, ok
Dischdecken, Koppkissen, Geschirrdöker un anner Wäschstück kregen
Muster un Sinnspröök instickd. Dorto hefft se de
Schobloon up dat Wäschstück leggt un mit`n Pinsel oder wat anners
tomeist blau Farv updragen. Up dat Bild künnt ji den Pinsel un een Farvstück
erkennen. De infarvten Muster hefft se denn utstickd. Mennigmaal wöörn
darut wohre „Kunstobjekten“. --- Früher stickte man in
jedes Wäschestück das Monogramm des Besitzers. So zum Beispiel in die
Aussteuerwäsche. Diese Wäsche
bekamen die Töchter von den Eltern für die Ehe mit. Aber nicht nur die
Aussteuerstücke bekamen Monogramme eingestickt, es wurden auch
Tischdecken, Kopfkissen, Geschirrtücher und anderen Wäschestücke mit
Mustern und Sinnsprüchen versehen. Dazu wurde die Schablone
auf das Wäschestück gelegt und mit einem Pinsel oder ähnlich meist
blaue Farbe aufgetragen. Auf dem Foto kann man den Pinsel und ein Farbstück
erkennen. Die eingefärbten Muster wurden dann ausgestickt. Manchmal
entstanden wahre „Kunstobjekte“. |
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| 75. Steckerfassung |
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De öllern Lüü erinnert
sik noch an düsse Stekerfassen, as se düsse nennt hefft keen. So nennt
wi düsse Fassen, de`n in normal Lampenfassen indreiht hett, eenfach
Stekerfassen. Up olen Billern von de Plättstuv süht man mennigmal een
Schnuur ut een Lampen hangen, de to`n Bügelisen föhren deit. Um de Stekerfassen antobringen, mössen to fohrst de Glühbirn rutdreihn un düsse Stekerfassen inschruven. Denn kööm de Glübirn in de tweete Fassen von de Stekerfassen. Nu konnen bügeln or anner elektrisch Rätschaften ansluten un harr ok noch Licht. Siet wann düsse Fassen nich mehr verwennen draf, weet se bi`n Achimer Heimaatvereen nich. --- Die älteren Menschen können
sich noch an diese „Steckerfassung“ erinnern, wie diese hieß, jedoch
keiner. Also nennen wir diese Fassung, die in eine normale Lampenfassung
eingedreht wurde, einfach „Steckerfassung“. Auf alten Bildern aus Plättstuben
sieht man manchmal eine Schnur aus einer Lampe hängen, die zu einem Bügeleisen
führt. Um die Steckerfassung zu
montieren, musste man zuerst die Glühbirne herausdrehen und diese
Steckerfassung einschrauben. Dann kam die Glühbirne in die zweite Fassung
dieser Steckerfassung. Jetzt konnte man bügeln oder andere elektrische
Geräte anschließen und hatte außerdem noch Licht. Seit wann diese
Fassung nicht mehr benutzt werden darf ist beim Achimer Heimatverein nicht
bekannt. |
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| 76. Plattenkamera |
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Mit düssen Fotoapperaat hefft se fröher ohn
Film sünners up Glasplatten Biller makt. Dorto mössen eerst dat
Dreebeenstativ upstellen, dorna de Kamera „utfahren“ un`n beschicht
Glasplatt inlegen. De Entfernen konnen ok instellen. Up den Utlöser drücken
un bums wöör dat Bild fartig. Ganz so gau güng dat so licht nich. Avers
goode Biller hett da geven. Up`n Footbodden unner den Fotoapperaat legt
Kisten mit Glasplatten un anner Tobehöör. --- Mit diesem Fotoapparat wurden früher ohne
Film sondern auf Glasplatten Bilder gemacht. Dazu musste man zuerst das
Dreibeinstativ aufstellen, danach die Kamera „ausfahren“ und eine
beschichtete Glasplatte einsetzen. Die Entfernung konnte man auch
einstellen. Auf den Auslöser drücken und schon war das Bild fertig. Ganz
so schnell ging das natürlich nicht. Aber gute Bilder waren das Ergebnis.
Auf dem Fußboden unter dem Fotoapparat liegen Kisten mit Glasplatten und
anderes Zubehör. |
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| 77. Pappzigarrenkisten |
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Zigarrenlisten makt se in
Zigarrenkistenfabriken ut Zedern -, Gabun-, Pappel or Ellernholt. As an
Beginn von`t twintigste Joohrhunnert de Zigarrenkisten ut Holt jümmers düürer
wöörn, wieldat de Kistenmakers as´n meende de Priese afspraken hefft,
hefft finnige Lüüe de Zigarrenkist ut Pappe rutfunnen. Avers een goode Zigarr
mut in`e Holtkist. Faken gift dat extra Schmuckkisten för Zigarrren. Dorför
sökt se besonners schön Holtkisten ut or ok holten Kisten mit`n Hüll ut
Missing or anner Material umto. De Pappkisten hett ehr
Bedüten bit hüdigendaags as Transportkist beholen. Zigarrenkisten von
mennigeen Oortkann`n in de Zigarrenmakerstuuv von`n Heimaatvereen Achim in
dat Achimer Raathuus ankieken. --- Zigarrenkisten werden aus
Zedern-, Gabun-, Pappel – oder Erlenholz in Zigarrenkistenfabriken
hergestellt. Als zu Anfang des 20. Jahrhunderts diese Zigarrenkisten aus
Holz immer teurer wurden, weil die Kistenhersteller angeblich die Preise
absprachen, entwickelte man kurzerhand als Alternative die Zigarrenkiste
aus Pappe. Aber eine gute Zigarre
gehört in eine Holzkiste. Oft gibt es extra Schmuckkisten für Zigarren.
Dafür werden besonders schöne Holzkisten gewählt oder auch Holzkisten
mit einer Hülle aus Messing oder anderem Material umhüllt. Die Pappkiste behielt bis
heute ihre Bedeutung als normale Transportkiste. Zigarrenkisten aller Art
kann man in der Zigarrenmacherstube des Heimatvereins Achim
im Achimer Rathaus besichtigen. |
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| 78. Luftschutzspritze |
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In`n tweeten Weltkrieg gev dat in fast jedeen
Huus een Luftschutzsprütt. Dat wöör`n Handsprütt, de`n in Ammer mit
Water stellen dö un so dat Water een poor Meters wiet or hoch sprütten
konn. Da mags över lachen, aver mennigeen Füür konnen mit düsse
eenfach Pumpen schnell utkriegen. Bi us stünnen in`n Krieg jümmers
eenige Ammers mit Water parat, um so bi`n Füür na`n Fleegerangriff to löschen.
Gott heff Dank hefft wi de Ammers ni nich brukt.
--- |
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| 79. Pferdeholzschuhe |
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Dormit de Peer, de den mit Törf beladen
Ackerwagen nich in natten Moorbodden insinken, snallde man jüm
Holtschoh ünner. Dat geev verscheeden Arten von Holtschoh. De hier
afbildten hefft se mit`n Schruufverbinnen up de Hufe montiert. Anner wöörn
uthöhlt un de hefft se mit hölten Kiele fastmakt. --- Damit die Pferde, die den mit Torf
beladenen Ackerwagen nicht im nassen Moorboden einsanken, schnallte man
ihnen Holzschuhe unter. Es gab verschiedene Arten von Holzschuhen. Die
hier abgebildeten wurden mit einer Schraubverbindung auf die Hufe
montiert. Andere waren ausgehöhlt und wurden mit Holzkeilen am Huf
befestigt. |
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| 80. Großer Hans |
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To Huus sään wi jümmers
Groden Hans to`n Koken, den se in de hier afbildt Form backt or beter kokt
hefft. Annerseen sää dorto Warmen Hans or Mehlbüdel. Dat ganz Rezept
schall hier nich angevenn weern. Avers
doch woans de Koken or Back – Pudding makt ward. De Deeg ward in de Form füllt
un denn negentieg Minuten in`n Waterbad een beten brodelnd kokt. Dorna den
Koken up`n Teller „störten“ un Puderzucker röberstrein. As Stippels
gifft dorto kokte Rosienen, de mit Stärkde indickt ward. Düsse Stippels
öber den noch warmen Koken geten. --- Zu Hause sagten wir immer
Großer Hans zu einem Kuchen, der in der hier abgebildeten Form gebacken
oder besser gekocht wurde. Andere sagen dazu Warmer Hans oder auch Mehlbüdel.
Das ganze Rezept soll hier nicht angegeben werden. Aber wie der Kuchen
oder Back – Pudding hergestellt wird schon. Der Teig wird in die Form
gefüllt und dann 90 Minuten in einem Wasserbad leicht siedend gekocht.
Danach den Kuchen auf einen Teller „stürzen“ und mit Puderzucker
bestreuen. Als Soße dazu gibt es gekochte Rosinen, die mit Stärke
angedickt werden. Diese Soße zum noch warmen Kuchen servieren. |
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| 81. Geldkatze |
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Een „Katt“, ok „Geldkatt“
nennt, is een an`n Gördel fastmakten Büdel to´n Opbewohren von Müntgeld
avers ok anner lütje weertfull Saken. Wenn de hier afbild Kat ut Wulle is,
hefft se de Katt fröher ut Kattenledder makt. Dorher kummt sachens ok de
Naam. De Katt hefft se in dat Middelöller bit in`t fröher negenteihnte
Joohrhunnert dragen, faken smückt mit Smuckparlen or Stickereen. Of düsse Katt just ut
dat negenteihntste Johrhunnert is or later nahäkelt worrn is, kann `n
leider nich utmaken. Wi hefft de Katt mit Geller füllt un an`n Gördel
fastmakt un kömen to dat Ergevnis, dat de Katt een dulle Lösen för
unnerwegs to`n Opbewohren von lüttje Wertsaken is. Sünners, so`n den Büdel
unner de Büx driggst. --- Eine „Katze“, auch
„Geldkatze“ genannt, ist ein am Gürtel befestigter Beutel zum
Aufbewahren von Münzgeld, aber auch anderen kleinen wertvollen Gegenständen.
Während die hier
abgebildete Katze aus Wolle gehäkelt ist, wurden die Katzen früher aus
Katzenleder angefertigt. Daher kommt vermutlich auch der Name. Die Katze
wurde im Mittelalter bis zum frühen 19. Jahrhundert getragen, oft
verziert mit Schmuckperlen oder Stickereien. Ob diese Katze original
aus dem 19. Jahrhundert stammt oder später „nachgehäkelt“ wurde, ist
leider nicht festzustellen. Wir haben die Katze mit Münzen gefüllt und
am Gürtel befestigt mit dem Ergebnis, dass die Katze eine tolle Lösung für
unterwegs zum Aufbewahren von kleinen Wertsachen ist. Besonders, wenn man
den Beutel unter der Hose trägt. |
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| 82. Fahrradfahrkarte |
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Dat
is`n Fohrkoort. Avers keen mit`n Bus or Bahn to föhren, sünner een
“Fohrkoort to`n Föhren op een Fohrrad”. Avers keen Panik, düsse
Fohrverlööf is ut dat Johr negenteihnhunndertunveer un is för een Johr
güllig wesen. De Koort is von de Gendarmdirektion in Veern för den
Katasterhelper Hermann Willebrock utstellt worrn. --- Das ist eine Fahrkarte. Aber keine um mit
Bus oder Bahn zu fahren, sondern eine „Fahrkarte zum Fahren auf dem
Fahrrad“. Aber keine Panik, diese Fahrerlaubnis stammt aus dem Jahre
1904 und war für ein Jahr gültig. Die Karte wurde von der
Polizeiverwaltung in Verden für den Katastergehilfen Hermann Willenbrock
ausgestellt. |
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| 83. Butterglocke und Eierpott |
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Düsse beiden Pötte stünnen fröher jümmer
sünndaags bi us up`n Fröhstücksdisch.
In den Pott mit de Küken dorup legen de Fröhstückseier un in den annern
wöör de Bodder. Ji weet jo, de sölten sülms bodderte. --- Diese beiden Pötte standen früher immer
sonntags auf dem Frühstückstisch. In dem Pott mit den Küken lagen die
Frühstückseier und in den anderen befand sich die Butter. Ihr wisst ja,
die gesalzene selbst gebutterte.
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| 84. Hampelmann |
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Fröeher hüng in meist
elkeen Kinnerzimmer, so et den een geef, een Hampelmann. De Hampelmann wöör
ut Holt or Papp un harr Arms un Been to`n bewegen, de dör dat Trecken an
de Strippen rögt weer kunn. So`n rechten Hampelmann heff ik nich funnen,
ok nich up`n Flohmarkt. So heff ik düssen modern Hampelmann as Muster wählt.
--- Früher hing in fast jedem Kinderzimmer, wenn es denn welche gab, ein Hampelmann. Der Hampelmann war aus Holz oder Pappe und hatte bewegliche Arme und Beine, die durch das Ziehen an der Schnüre bewegt werden konnten. So einen richtig alten Hampelmann habe ich nicht gefunden, nicht einmal auf einem Flohmarkt. So habe ich diesen „modernen“ Hampelmann als Muster gewählt. |
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| 85. Zwicke und Heidlinje |
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Fröher hefft se dat
Heidkruut as Strei för den Stall bruukt.
De Schapsheid för den Schapstall wöör mit de doran haftend Eer, den
Heidplaggen, mit de Twick haut. De Kohheid för den Kohstall dorgegen kört
öber de Eer, wenn geiht mit`n beten Moos, afhaut. Dorto bruken se de
Heidlinne. De Heidlinne hefft se ok to`n meihn von de Heid as Foder
verwendt. De afsneeren Heid hefft se mit de Matthaken (or Mattharke?), een
lüttje Hark, bisiete schoben.
--- Früher wurde Heidekraut als Streu für den Stall verwendet. Die Schafheide für den Schafstall wurde mit der daran haftenden Erde, dem Heideplaggen, mit der Zwicke (langer Stiel) gehauen. Die Kuhheide für den Kuhstall dagegen kurz über der Erde, möglichst mit etwas Moos, abgehauen. Dazu wurde die Heidlinje benutzt. Die Heidlinje wurde auch zum Mähen der Heide als Futter verwendet. Die abgeschnittene Heide wurde mit dem „Matthaken“ (oder Mattharke?), einer kleinen Harke, beiseite geschoben. |
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| 86. Personenwaage |
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Wenn ´n fröher weten
woll, wi swor man is, stiegt wi up de dijitaale Persoonwachte. Dat wöör
fröher anners. Har man fröher överhaupt Tiet fast to stellen wat`n wöög?
Un woto dat överhaupt? Irgendwann woll to`n Bispell de Doktor weten, wat
sein Patschient wegen döö. Dat güng mit`n herkömmlich Wachte, denn `n
anner Minsch könn dat Gewicht aflesen. Wat avers, wenn`n alleen wöör?
So hefft se an een normaal Wachte een Speegel anbogt
un bumms harst`n Wachte för `n Minschen. Amenn können dat Prinzip hüüt
wedder verwennen, wenn de Buuk to dick is un man de Tahlen up de Wachte
nich mehr lesen kann. --- Wenn wir heute wissen wollen,
was wir wiegen, steigen wir auf die digitale Personenwaage. Das war früher
anders. Hatte man damals überhaupt Zeit um sein Gewicht zu ermitteln? Und
wozu das eigentlich? Irgendwann wollte zum Beispiel der Arzt wissen, wie
viel sein Patient wiegt. Das war mit den normalen Waagen möglich, denn
das Gewicht konnte eine andere Person ablesen. Was aber, wenn man alleine
war? So wurde eine normale Waage mit einem Spiegel versehen und schon war
die Personenwaage fertig. Vielleicht könnte man dieses Prinzip heute
wieder anwenden, wenn der Bauch zu dick ist und man die Zahlen auf der
Waage nicht mehr lesen kann. |
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| 87. Setzkasten |
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Een tietlang woll jedeen eenen Settenkassen in
seine Wahnung hebbeb, in de he lüttje Saken as so Miniautos, besünnere
Steene or anner Delen sammeln un ok wiesen kann. Egentlich wöör de
Settenkassen eene Schieblade, in de de Schriftsetter seine Bookstaven ut
Blee sortieren dö. Mit `n fien Tang nöhm he de enkelten Bookstaven
un sett düsse denn to Wöör, Säts un ganze Bööker tohope. Hüdigendaags
ward de Kunst von de Schriftsetters man blots noch in Museen und
Utsellungen wiest. --- Eine Zeit lang wollte jeder
einen Setzkasten in seiner Wohnung haben, in dem er kleine Gegenstände
wie Miniautos, besondere Steine oder andere Teile sammeln und gleichzeitig
zeigen konnte. Eigentlich war der Setzkasten eine Schrankschublade, in die
der Schriftsetzer seine Buchstaben aus Blei sortiert hatte. Mit einer
feinen Zange entnahm er die einzelnen Buchstaben und setzte diese zu Wörtern,
Sätzen und ganzen Büchern zusammen. Heute wird die Kunst des
Schriftsetzens fast nur noch in Museen und Ausstellungen gezeigt. |
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| 88. Haspel |
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Wenn`n
een Hespel ankikt, denkden toerst: wo is denn de Dreiher, mit de düsse
Reedschop bewegt ward. Man brukt be de Hespel keen Dreiher, denn de holten
Tahnrööer sind för dat Tellwark inbot. Up de Hespel ward de spunnen
Wull upwickelt un dorbi de Meng, beter de Umdreihungen, tellt. So sik de söß
Stolln von de Hespel negentig Mal dreiht hefft, gifft dat`n Teeken un een
„Bind“ is full un ward mit`n „Fitzfaden“ afbunnen. Teihn von düsse
Bind kummt up`n Stück. Een gode Spinnersche wöör jümmers bemöht
jeedeen Avend een Stück aftoleefern. So een Stück wöörd denn von de
Hespel afnahmen
--- Wenn man eine Haspel sieht, denkt man als erstes: wo ist denn die Kurbel, mit der dieses Gerät bewegt wird. Man braucht bei der Haspel keine Kurbel, denn die Zahnräder aus Holz sind für das Zählwerk eingebaut. Auf der Haspel wird die gesponnene Wolle aufgewickelt und dabei die Menge, besser die Umdrehungen, gezählt. Wenn sich die 6 Stollen der Haspel 90 Mal gedreht haben, ertönt ein Zeichen und ein „Bind“ ist voll und wird mit einem“ Fitzfaden“ abgebunden. Zehn solcher Binde ergeben ein „Stück“. Eine gute Spinnerin war bemüht jeden Abend ein Stück abzuliefern. Ein solches Stück wurde dann von der Haspel abgenommen. |
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| 89. Stelzenlaufen |
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Wenn dat Lopen up Stelten
hüdigendaags ok nich mehr „in is“, vör 50 Johr gehörn Stelten noch
to`n Speeltüüg. Ganz fröö nutzte man Stelten um dör de Sümp or
sichte Waters to kamen.To`n Upstiegen up de Stelten stellt`n sik to best
mit den Puckel an de Wand, faat um de Steltenholm, stött sik af un löppt
denn los. Wenn`t klappt is good, sünsten
flüggt man hen un provt dat füdder. Een anner Oort för lütte
Kinner is dat Loopen up Büssen. Dorto weerd bi zwee Büssen an`e Siet Löckers
inmakt, in de dat Band to`n Fastholen inknütt weerd. --- Wenn das Stelzenlaufen
heute auch nicht mehr „in“ ist, vor 50 Jahren gehörten Stelzen noch
zum Spielzeug. Ganz früh benutzte man Stelzen um Sümpfe oder flache Gewässer
zu durchqueren. Zum Aufsteigen auf die Stelzen stellt man sich am besten
mit dem Rücken an eine Wand, umfasst die Stelzenholme, stößt sich ab
und läuft dann los. Wenn es klappt ist es gut, sonst fliegt man hin und
probiert weiter. Eine Variante für
kleinere Kinder ist das Dosenlaufen. Dazu werden zwei Dosen seitlich mit Löchern
versehen, in die das Halteband eingeknotet wird. |
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| 90. Gestell zum Pferdebeschlagen |
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Wenn de Hoofsmeed dat Peerd neege Hoven
anpassen woll, stell he at Vörderbeen von dat Peerd up de hier afbild`t
Stellasch. Denn kunn he licht den Vörderhoof in de Maak nehmen. Bi
dat Bearbeiten von de Achterhöven nutz em düsse Stellasch nich. Denn so
moss een Hölper dat Achterbeen von`t Peerd mit beid Hännen anböörn un
fastholen. Dat wöör nich eenfach, denn wenn dat Peerd de Achterhand wegtöög
un de Hölper nich fastholen dö, kunnen sik Hölper un Smeed gau soor
wehdoon. --- Wenn der Hufschmied dem Pferd neue Hufe
anpassen wollte, stellte er das Vorderbein des Pferdes auf das hier
abgebildete Gestell. Dann konnte er bequem den Vorderhuf bearbeiten. Bei
der Bearbeitung der Hinterhufe nütze ihm dieses Gestell nicht. Dann
musste ein Helfer das Hinterbein des Pferdes mit beiden Händen anheben
und festhalten. Das war nicht einfach, denn wenn das Pferd die Hinterhand
wegzog und der Helfer nicht festhielt, konnten sich Helfer und Schmied
schell schwer verletzen. |
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| 91. Carepaket |
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Na`n
Krieg schicken der Amerikaner Carepaketen na Düütschland. Et wöörn
Paketen, in de se överall de lieken Woren rindahn harrn. In dütt Paket
ton Biespell 5 Ratschonen Eten. Veele Düütsche kreegen Carepaketen von
ehr na Amerika utwannerte Sippschaft.
--- Nach dem Krieg schickten die Amerikaner
Carepakete nach Deutschland. Es waren Pakete, in denen überlall die
gleichen Waren enthalten waren. In diesem Paket zum Beispiel 5 Rationen
Essen. Viele Deutsche erhielten Carepakete von ihren nach Amerika
ausgewanderten Verwandten. |
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| 92. Dezimalwaage |
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Keeneen wiggt hüdigendaags
noch mit de Dezimaalwachte.Fröher hefft se Kartüffeln, Köhlen, dat
Koorn un mennig mehr mit de Dezimaalwachte afwogen. Dat geev sogoor
Dezimalwachten för Dierten. Kört verklart as dat
funktschioneert: Dat wat du wegen wullt, stellst achtern up de Wachte un vörne
brings den Wachtebalken mit
Wichten „in de Wachte“. Mössen vörne 15 Kilos rupstelln, legen
achtern 150 Kilos an waren up. Sü Wichtstücken mal 10. --- Wer wiegt heute noch mit
der Dezimalwaage? Früher wurden die Kartoffeln, die Kohlen, das Korn und
vieles mehr mit der Dezimalwaage abgewogen. Es gab sogar Dezimalwaagen für
Tiere. Das Prinzip kurz erklärt:
Das Wiegegut wurde hinten auf die Waage gestellt und vorne wurde der
Wiegebalken mittels Gewichtstücke „in Waage“ gebracht. Musste man
vorne 15 Kilo an Gewichtstücken draufstellen, lagen hinten 150 Kilo Waren
drauf. Also Gewichtstücke mal 10. |
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| 93. Notgeld |
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Düsse
twee Notgeldschiene von negenteihnhunnertfiefuntwintig (1925) över 25 un
50 Penn ut den dormaligen Kreis Achim wiest den Spieker von Scherf mit`n
Fachwarkhuus un de Ansicht von Achim, von de Masch ut sehn, mit
Laurentiuskarken Buurnvertel un de Achmer Windmöhl. Von 1914 bit 1923 wöörn
so`n Schiene in ganz Düütschland gängig. Dat Notgeld scholl de
dortomals gängigen Geldschien in Milljonenhöchte un mehr ersetten.
--- Diese zwei Notgeldscheine
von 1921 über 25 und 50 Pfennig aus dem damaligen Kreis Achim zeigen den
Speicher Scherf mit einem Fachwerkhaus und die Ansicht von Achim, aus der
Marsch gesehen, mit Laurentiuskirche, Bauernviertel und der Achimer Windmühle.
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| 94. Tabakschneider |
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Mit düssen Tobaksnieder hefft de Zigarrnmaker
de Rippen von de Tobakblöör fien sneern, um düsse as „Krüllsnitt“
in de Piep to stoppen. Na`n Krieg, as dat keen Rookworen to köpen geev,
hefft de Lüüd ehrn eegen Tobak anbogt. So de Blöör riep un richtig
behannelt wöörn, konnen düsse mit den Tobaksnieder to Tobak för de „Sülmsdreihten“
snieden. --- Mit diesem Tabakschneider wurden vom
Zigarrenmacher die Rippen der Tabakblätter klein geschnitten, um diese
als „Krüllschnitt“ in die Pfeife zu stopfen. Nach dem Kriege, als es
keine Tabakwaren zu kaufen gab, bauten viele Leute ihren eigenen Tabak an.
Wenn die Blätter reif und richtig behandelt waren, konnte man diese mit
dem Tabakschneider zu Tabak für die „Selbstgedrehte“ schneiden. |
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| 95. Holzuhr |
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Düsse schöön holten Klock is in de Sammlung
von Achmer Heimaatvereen afbleven. Leider geiht düsse Klock nich. Dat
Wark von de Klock is rusterig warrn un dat Zifferblatt is twei broken.
Doch kannen good kennen, woans dat Wark von de Klock upbogt is. --- Diese schöne Holzuhr befindet sich in der
Sammlung des Achimer Heimatvereins. Leider geht diese Uhr nicht. Das
Uhrwerk ist verrostet und das Zifferblatt ist gebrochen. Trotzdem kann man
schön erkennen, wie das Uhrwerk aufgebaut ist. |
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| 96. Gaffeleisen |
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Schnackt`n von`n Gaffeliesen, dnekt mennigeen
an`n Segelschipp. Ik denk an Schinken un Mettwüß, de in de Deel to`n Drögen
un Riepen uphang weerd. Üm de Wüß un de Schinken dor boben uptohangen
brukt`n Reedschop, dat Gaffeliesen. De Knüppel, up de de Wüß hangen
deit ward mit dütt Gaffeliesen in de Hakens unner de Deck von de Deel
inhangt. --- Spricht man von einem Gaffeleisen, denken
viele an Segelschiffe. Ich denke aber an Schinken und Mettwürste, die in
der Diele zum Trocknen und Reifen aufgehangen werden. Um die Würste und
den Schinken da oben aufzuhängen benötigt man ein Gerät, das
Gaffeleisen. Der Stock, auf dem die Würste hängen wird mit diesem
Gaffeleisen in Haken unter der Decke der Diele eingehängt. |
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| 97. Holzwanne |
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Vör körten hett de Achimer Heimaatvereen düsse
Balje schenkt kregen. Wi kennt de Balje meist ut Zinkblick. Villicht wöör
een Holtbalje fröher billiger as een Zinkbalje. Een Handwringer to`n Wäsche
utwringen kann`n an een Holtbalje ok eenfacher anschruven
as an ´n Balje
ut dünn Zinkblick. Un rosten kann düsse Balje ok nich. Bi`n goode
Lagerung, nich to dröge, verfult de oole düütsche Eken ok nich. --- Vor kurzem hat der Achimer Heimatverein
diese Wanne geschenkt bekommen. Wir kennen die Wanne meistens aus
Zinkblech. Vielleicht war früher eine Holzwanne billiger als eine
Zinkwanne. Einen Handwringer zum Wäsche auswringen kann man an einer
Holzwanne auch einfacher anschrauben als an eine Wanne aus dünnem
Zinkblech. Und rosten kann diese Wanne auch nicht. Bei guter Lagerung,
nicht zu trocken, verfault die alte deutsche Eiche auch nicht. |
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| 98. Waschbrett |
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Mit de Ruffel wuschen fröher, woans de Naam
all seggt, de Wäsch. Egentlich hefft se smerig Wäsch up dütt Brett
„schrubbt“. Dorto riev de Wäschfroo dat Stück Wäsch up de
„wellig“ Overflach von dat Brett up un af. De Overflach von dütt
Ruffel is nich as bi de annern ut Blick sünnern ut Glas. Ik heff sowat
nie nich sehn. --- Mit dem Waschbrett wusch man früher, wie
der Name schon sagt, die Wäsche. Eigentlich wurde die dreckige Wäsche
auf diesem Brett „geschrubbt“. Dazu rieb die Waschfrau das Wäschestück
auf der „welligen“ Oberfläche des Brettes auf und ab. Die Oberfläche
von diesem Waschbrett ist nicht wie bei den anderen aus Blech sondern aus
Glas. Ich habe so etwas noch nicht gesehen. |
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| 99. Poesiealbum |
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Keeen kennt se nich, de
Poesiealben. Hüüdigendaags, wenn överhaupt noch, schlicht bunnen, fröher
mit Ledderinband un mit`n Slott doran. In de School un in`n
Kumvermandunnerricht wöörn düsse Böker rumrekt un Frünn, Mitschöölers,
Lehrers un Öllern drögen ehr meist Veerrehgers in dütt Book in. Hüüde kann`n de
Personen up oolen Klassenfotos un Kumfermatschionsbiller faken noch mit
Help von düsse Poesiealben naamentlich utmaken. --- Wer kennt sie nicht, die
Poesiealben. Heute, wenn überhaupt noch, schlicht gebunden, früher mit
Ledereinband und mit einem Schloss versehen. In der Schule und im
Konfirmandenunterricht wurden diese Bücher herumgereicht und Freunde,
Mitschüler, Lehrer und Eltern trugen ihre meist Vierzeiler in dieses Buch
ein. Heute kann man die
Personen auf alten Klassenfotos oder Konfirmationsbildern oft noch mit
Hilfe dieser Poesiealben namentlich ermitteln. |
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| 100. Mondwaage |
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Dat düsse Reedschop eene Wachte is, wöör
klaar. De Indeeliung to`n meeten sütt ut as de Sichel vo`n Maand, dorvun
woll de Naam Maandwachte. Dat gifft avers ook noch anner Naams för düsse
Wachte. De Wachte ward an`n böberen Ring uphangt un an den ünneren
Haaken dat Wachtegoot inhangt. An den groden Haaken de swaren Saaken un an
den lütten Haaken de lichteren Waarn. Up
de Vordersiet von de Meetskala is`n anner Indeelung as up de Achtersiet. De
unnerscheedlichen Meetindeelungen gelt för lichte Lasten von 0 bit 24 KIL
(woll Kilos) un föör de swaren von 10 bit 200 KIL. --- Das dieses Gerät eine Waage ist, war klar.
Die Messskala sieht aus wie eine Mondsichel, darum wohl der Name
„Mondwaage“. Es gibt aber auch noch andere Namen für diese Waage. Die
Waage wird am oberen Ring aufgehängt und an dem unteren Haken das
Wiegegut eingehängt. An dem großen Haken schwere Sachen und an dem
kleinen Haken links die leichteren Waren. Auf der Vorderseite der Maßskala
ist eine andere Einteilung als auf der Rückseite. Die unterschiedlichen
Maßeinteilungen gelten für die leichten Lasten von 0 bis 24 KIL (wohl
Kilo) und für die schweren von 10 bis 200 KIL. |
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| 101. "Bauchbindemaschine" |
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Bit vör eenigen Dagen wüssen wi noch nich,
woto`n dat hier afbild Reedschop nödig hett. Nu is`t kloor: Man legt mit
düssen Apporaat Buukbinnen um Zigarrn. Mit düsse „Buukbinnemaschin“
kann`n nipp un nau fastlegen, an welke Stee de Buukbinn um de Zigarr legt
ward. --- Bis vor einigen Tagen wussten wir nicht,
wofür man das hier abgebildete Gerät benötigt. Jetzt ist es klar: Man
legt mit diesem Apparat Bauchbinden um Zigarren. Mit dieser
„Bauchbindemaschine“ kann man genau festlegen, an welcher Stelle die
Bauchbinde um die Zigarre gelegt wird. |
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| 102. Zigarrenkiste |
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Düsse Zigarrnkist hett de Heimaatvereen Achim
schenkt kregen. De Binnen – un Butensiet vo`n Deckel ziert`n Bild, up
dat to sehn is, wo Zigarrn dreiht weerd. Dormit`n sik bi de Arbeit beter
unnerholen kunn, seten an`n Arbeitsdisch vis a vi un so genoog Platz wöör
ook noch eent an`n anner. Düsse Zigarrnkist kann`n in de
Zigarrnmakerstuuv in`n Achimer Raathuus ankieken. --- Diese Zigarrenkiste hat der Heimatverein
Achim geschenkt bekommen. Die Innen – und Außenseite des Deckels ziert
ein Bild, auf dem dargestellt ist, wie Zigarren „gedreht“ werden.
Damit man sich bei der Arbeit besser unterhalten konnte, saß man am
Arbeitstisch gegenüber und wenn es der Platz zuließ auch noch
nebeneinander. Diese Zigarrenkiste kann man in der Zigarrenmacherstube im
Achimer Rathaus besichtigen. |
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| 103. Schnippelmaschine für Bohnen |
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So du grööne Bohnen opbewohren wullt, kannst
düsse inkoken avers ok as „Snippelbohnen“ in Solt inlegen. Dorför möt
de Bohnen kleensneern warden. Dorto nimmt`n de hier afbildt Snippelmaschin.
De Maschin ward an`n Disch fastschruft, tolieke weerd twee Bohnen in de
Schlitz inführt un denn annen Dreiher dreiht. Wat ünnen rutkummt, sind
de Snippelbohnen, de dorno Inn`n besünnern Verfohrn mit Solt in Tonpött
inlegt weerd.
--- Um grüne Bohnen haltbar zu machen, kann man diese einkochen aber auch als „Schnippelbohnen“ in Salz einlegen. Dafür müssen die Bohnen kleingeschnitten, „geschnippelt“, werden. Dazu nimmt man die hier abgebildeten Schnippelmaschinen. Die Maschine wird am Tisch festgeschraubt, jeweils zwei Bohnen werden in die Schlitze eingeführt und dann die Kurbel gedreht. Was unten rauskommt, sind die Schnippelbohnen, die danach in einem besonderen Verfahren mit Salz in Tontöpfe eingelegt werden. |
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| 104. Schusterkugel |
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Wenn`n
slecht wat sehn konn, beünners winterdaags, harrn de Schomakers ehr Last
mit dat Licht an ehrn Arbeitsplatz. So kööm se up de Idee mit de
Schosterkugel. De Schosterkugel is` Glaskugel, de mit Water füllt is un
an`n Stellasch uphang ward. Ok brukt se dorför ok noch`n Lichtquell, fröher
een Talilicht. Talilicht, Schosterkugel un de Stellasch möss`n in
fastsett`n Oort toeenanner anbrocht weern, dormit dat Ergevniss, een besünners
hell Lichten an een fastsett Stell, henkamen dö.
--- Bei schlechten Lichtverhältnissen, besonders im Winter, hatten die Schuhmacher Probleme mit dem Licht an ihrem Arbeitsplatz. So kam man auf die Idee mit der Schusterkugel. Die Schusterkugel besteht aus einer Glaskugel, die mit Wasser gefüllt wird und an einem Gestell aufgehängt wird. Außerdem wird noch eine Lichtquelle, früher eine Kerze, benötigt. Kerze, Schusterkugel und das Gestell müssen in einer bestimmten Art zueinander angeordnet werden, um das Ergebnis, ein besonders helles Licht an einer bestimmten Stelle, zu erreichen |
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| 105. Wäschemangel |
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Bevör dat de hüdigen modernen Wäschemangel
geev, nutzen een verscheden Soorten von Mangel üm de Wäsch na dat
Waschen un Drögen glatt to kriegen. Up de Billers unnen seeht wie eene
Dischmangel mit höltern Roll. De Rullstellaasch kunnen in Disch versenken
un so den Disch as normaalen Disch nutzen.
--- Bevor es die heutigen modernen Wäschemangel gab, benutzte man verschiedene Arten von Mangeln um die Wäsche nach dem Waschen und Trocknen zu glätten. Auf den unteren Bildern sehen wir eine Tischmangel mit Walzen aus Holz. Das Walzengestell konnte im Tisch verdenkt werden und so der Tisch als normaler Tisch benutzt werden. |
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| 106. Brenneisen |
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Is dat hier wohrhaftig
een Brennisen för Plisseeröck? Or is dat`n Breenscheer, de de Frisöör
ton Brennen von de Hoorkrusen brukde. Mi schient dat hannelt sik hier
um`n Brennisen för Plisseeröck, denn de Brennscheren, de ik kenn,
hefft blots twee „Bülg“. Avers beide Reedschopen
hefft se över Füür, Herde or Spititusbrenners heet makt un denn de Hoor
or den Plisseerock trechtmakt. --- Ist das hier wirklich ein
Brenneisen für Faltenröcke? Oder ist es eine Brennschere, die der Frisör
benutzte um Haarlocken zu brennen. Mir scheint es handelt sich hier um ein
Brenneisen für Faltenröcke, denn die Brennscheren für Haarlocken, die
ich kenne, haben nur zwei „Wellen“. Aber beide Geräte wurden
über ein Feuer, Herd oder Spiritusbrenner, erhitzt und dann die Haare
oder der Faltenrock bearbeitet. |
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| 107. Dreschflegel |
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Hüdigenndaags ward dat Koorn mit`n Meihdöscher oornt. Fröher hefft se dat Koorn meiht, to Garben bunnen, na`n Drögen inföhrt un denn up de Tenn döscht. To`n Döschen nöhm man fröher den Döschflögel. Se besteiht ut`n Steel un den Flögel, soo`n Art Keule, de döreen Ledderhalterung mit`n Steel verbunnen is. De Ährnbünnels hefft se up`n Böön von de Schüün, de Tenn, ut`n anner smeten un denn mit`n Döschflögel ruphaut. Dar Stroh wörd mit de Forken wegmakt. Wat över bleev wöörn de Körners un dat Kaff. Düsse hett`n dorna dör Hochsmieten un Wind voneenanner trennt. „Dat Kaff von`n Weten trennen“, seggt`n jo ok. In`n Middelöller brukte man de Dröschflegel so as ok de Sössel als Waffe. --- Heute wird das Getreide mit dem Mähdrescher geerntet. Früher wurde Korn gemäht, zu Garben gebunden, nach dem Trocknen eingefahren und dann auf der Tenne gedroschen. Zum Dreschen benutzte man früher den Dreschflegel. Er besteht aus einem Stiel und dem Flegel, einer Art Keule, die durch eine Lederhalterung mit dem Stiel verbunden ist. Die Ährenbündel wurden auf dem Boden einer Scheune, der Tenne, ausgebreitet und dann wurde mit dem Dreschflegel „draufgehauen“. Das Stroh wurde mit Forken entfernt. Übrig blieben die Körner und die Spreu. Diese wurden anschließend durch Hochwerfen und Wind voneinander getrennt. „Die Spreu vom Weizen trennen“, sagte man ja auch. Im Mittelalter benutzte man den Dreschflegel wie auch die Sense als Waffe. |
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| 108. Stoßeisen |
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Mit dütt S-förmig Isen wöörn und weerd an
mennig Orten ok hüüde noch Runkels un anner Rövsorten för de Deerten
tweistött. In grode landwirtsachaftlich Bedrieven makt düsse Arbeit
avers överall Maschinen. Bi us to Huus hefft wi mit dütt Reedschop, dat
natüürlich noch`n Steel harr, Diesteln för de Swien tweistött or
hackt.
--- Mit diesem S-förmigen Eisen wurden und werden an manchen Orten auch heute noch Runkeln und andere Rübensorten für die Tiere zerstoßen. In großen landwirtschaftlichen Betrieben erledigen diese Arbeiten aber überall Maschinen. Bei uns zu Hause wurden mit diesem Gerät, das natürlich noch einen Stiel hat, Diesteln für die Schweine zerstoßen oder gehackt. |
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| 109. „Der kleine Perlenkünstler“ |
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„Der kleine Perlenkünstler“ up dütt Bild
schall angevlich ut de ehemalig DDR stammen. Ik erinner mi avers doran,
dat wi ok Perln „uptrocken“ hefft. Ut de Perln kunnen
Keden, Ünnersätters un noch mennig mehr maken. Keeneen Na`n Krieg
So`n Perlnkassen schenkt kreeg kunn sik doröver bannig freiden. Hüüde
keek düssen Kassen kuum`n Kind an, meent wi. Avers villicht is
dat´n schönert Geschenk as mennig Schnichschnack den hüdigendaags
de Kinner kriegt.
--- "Der kleine Perlenkünstler“ auf diesem Bild soll angeblich aus der ehemaligen DDR stammen. Ich erinnere mich aber daran, dass wir auch Perlen „aufgezogen“ haben. Aus den Perlen konnte man Ketten, Untersätze und noch vieles mehr herstellen. Wer nach dem Krieg so einen Perlenkasten zu Weihnachte geschenkt bekam konnte sich darüber richtig freuen. Heute würde diesen Kasten kaum ein Kind beachten, meinen wir. Aber vielleicht ist das ein schöneres Geschenk als mancher Schnickschnack den heute die Kinder bekommen. |
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| 110. |
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Dat hört sik bannig good an: „Wringmaschien“. Ok so wi hüdigendaags kuum noch`n Wringmaschien kennt, ganz von to swiegen ok noch nutzt, wöör düsse Maschien fröher sachtens all`n Verlichtern. Mössen nu de Wäsch nich mehr ut to wringen, so seggen man to dat Dreihn von de quatschnat Wäsch um dat Water ut düsse ut to drücken. De nat Wäsch wörd in de Wringmaschien inlegt un denn mit`n Dreiher dör de Rullen dreiht. Dör den Druck von de Rullen ward dat Wasch – or beter dat Spölwater – ut dat Wäschstück presst. --- Das hört sich großartig an: „Wringmaschine“. Auch wenn wir heute kaum noch eine Wringmaschine kennen, geschweige denn auch noch benutzen, war diese „Maschine“ früher schon eine Erleichterung. Musste man jetzt die Wäsche nicht mehr auswringen, so nannte man das Drehen der nassen Wäsche um das Wasser aus dieser auszudrücken.. Die nasse Wäsche wird in die Wringmaschine eingelegt und dann mittels einer Kurbel durch die Walzen gedreht. Durch den Druck der Walzen wird das Wasch – oder besser das Spülwasser - aus das Wäschestück gepresst. |
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| 111. Tannenbaumständer |
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So`n Dannboomstänner harrn wie fröher to
Huus un ik glöv so`n geev it ok noch in veeln anner Huusholen. Den Stänner
hefft se jüst so makt as `n Staketentuun so as de dormols fast vör
jedeen Grundstück geev. De Latten, Riegels un Posten wöörn schoon gröön
anmalt un de Spitzen von ´n Staketetuun leten witt. --- So einen Tannenbaumständer hatten wir früher
zu Hause und ich glaube so einen gab es auch noch in vielen anderen
Haushalten. Der Ständer war einem Staketenzaun, so wie es die damals vor
fast jedem Grundstück gab, nachempfunden. Die Latten, Riegel und Pfosten
waren in einem schönen Grün angemalt und die Spitzen des Staketenzauns
waren weiß. |
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